Saturday, March 24, 2012
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Ich glaube in der ganzen Zeit, in der ich schon hier bin, gabe es vielleicht eine Woche in der alles geregelt abgelaufen ist, also nach dem Arbeitsplan, an dem die Schwestern und wir Freiwilligen uns orientieren. Aber wirklich nur „orientieren“, denn in jeder Woche, an jedem Tag, kommt vieles wieder anders. Doch gerade deswegen wird es ja nie langweilig.
Letzte Woche zum Beispiel waren wir im „Schwestern-Notstand“ und sind es eigentlich immer noch. Es war nur die Oberschwester Nelly in der Albergue. Hermana Cecilia ist noch bis Mitte April in Columbien, und Hermana Nancy hatte sich für die letzte Woche Urlaub genommen. Da haben wir Freiwilligen geholfen, wo wir konnten, und haben Aufgaben übernommen, für die wir normalerweise nicht zuständig sind. Zum Beispiel haben wir beim Austeilen des Essens für die Kinder geholfen, unser Mittagessen selber gekocht und mussten die Kinder bei der Hausaufgabenbetreuung übernehmen, um die sich normalerweise Hermana Nancy kümmert.
Bei der Hausaufgaben hat sich nun, da ein neues Schuljahr begonnen hat, auch ein wenig geändert. Besonders für mich, da meine 5-Klässler (der Escuela/Primaria: 1. bis 6. Klasse) nun in der sechsten Klasse sind, und um die 6-Klässler kümmert sich üblicherweise die Lehrerin Pavela, um sie gezielt auf den Einstieg ins Colegio (auch Secundaria genannt: 1. bis 5. Klasse) vorzubereiten. Ich finde es ziemlich schade, dass ich nicht weiterhin mit ihnen arbeiten kann, weil ich mich schon so gut mit ihnen eingespielt habe. Jetzt bin ich für die Zweit- und Drittklässler zuständig, und auch teilweise für die Erstklässler. Um letztere kümmert sich normalerweise Hermana Nancy, aber letzte Woche war sie ja nicht anwesend, und manchmal geht sie auch schon bevor alle fertig sind. Die erste Woche, ohne Schwester Nancy und in der die Kinder mich zum ersten Mal als Autoritätsperson bei den Hausaufgaben hatten, war unglaublich stressig. Außerdem ist unter ihnen eine Neue, die kaum Spanisch versteht und spricht, wodurch die Kommunikation mit ihr ziemlich schwierig ist. Ich habe in dieser Woche jedoch schon gemerkt, wie sich die Arbeit mit den Jüngerinnen langsam einspielt, und auch das Vertrauen der Kleinen, die fast nur Quechua spricht, konnte ich gewinnen.
Diese Woche gab es allerdings nur Montag und Dienstag Hausaufgabenbetreuung. Denn an den Tagen von Mittwoch bis Freitag haben die Lehrer gestreikt, wodurch natürlich die Schule ausfiel. Die Bildung der Kinder steht andauernd hinten an.
Wir Freiwilligen haben nun auch wieder unseren Englischunterricht begonnen, da glücklicherweise an den Abenden kein Strom ausgefallen ist. Ich freue mich, wieder Kurse zu geben zu können. Es macht einfach Spaß, den Kindern das beizubringen, was man selbst für wichtig hält, und ihnen sinnvolle Lernübungen zu geben (die Hausaufgabe für die Klassen 4 der Primarier bis zu dem letzten Jahrgang der Secundarier war in den letzen zwei Wochen, Deckblätter für jedes Heft zu malen). Außerdem wurden die Gruppen neu gemischt, da nun natürlich Neue in die Secundarier gekommen sind. In der Gruppe von Julian, Laura und Johanna waren schon immer die Älteren, die mehr können, und deswegen sind die Besten aus unserer Gruppe in die von ihnen gerutscht. Somit kommen zu uns die Jüngeren, unter denen auch welche sind, die ganz neu in der Albergue sind. Da hat man die Chance auch diese Kinder besser kennenzulernen.
Ansonsten hatten wir, da an den letzten Tagen die Schule ausfiel, auf der Chacra Unterstützung von den Kindern. Das ist immer sehr willkommen, weil dadurch die Arbeit, für die wir zu fünft einige Vormittage gebraucht hätten, in zwei Stunden erledigt ist.
Zu guter Letzt: am Freitag feierte Julian seinen 20. Geburtstag. Zusammen mit der Lehrin Pavela und der Bäuerin der Chacra Juanna, haben wir uns einen Überraschungsparty überlegt, unzwar an keinem geringeren Ort, also in einer Chicharia in Quiquijana. Chicharias sind kleine „Bars“, in denen die Andenbewohner sich mit Chicha (Maisbier) betrinken (der Alkoholismus und auch die Alkoholabhängigkeit ist hier leider sehr groß). Es gibt hier in Quiquijana unglaublich viele, und bisher kannten wir nur den starken Geruch, der aus ihnen drängt. Nun also eine echte Sensation: Gringos in einer Chicharia! Julian hatte nichts geahnt, als wir ihn unter dem Vorwand, was für die Chacra zu holen dorthin gelotst haben. Eine gelungene Überraschung!
Bis bald, meine Lieben,
eure Verena
Letzte Woche zum Beispiel waren wir im „Schwestern-Notstand“ und sind es eigentlich immer noch. Es war nur die Oberschwester Nelly in der Albergue. Hermana Cecilia ist noch bis Mitte April in Columbien, und Hermana Nancy hatte sich für die letzte Woche Urlaub genommen. Da haben wir Freiwilligen geholfen, wo wir konnten, und haben Aufgaben übernommen, für die wir normalerweise nicht zuständig sind. Zum Beispiel haben wir beim Austeilen des Essens für die Kinder geholfen, unser Mittagessen selber gekocht und mussten die Kinder bei der Hausaufgabenbetreuung übernehmen, um die sich normalerweise Hermana Nancy kümmert.
Bei der Hausaufgaben hat sich nun, da ein neues Schuljahr begonnen hat, auch ein wenig geändert. Besonders für mich, da meine 5-Klässler (der Escuela/Primaria: 1. bis 6. Klasse) nun in der sechsten Klasse sind, und um die 6-Klässler kümmert sich üblicherweise die Lehrerin Pavela, um sie gezielt auf den Einstieg ins Colegio (auch Secundaria genannt: 1. bis 5. Klasse) vorzubereiten. Ich finde es ziemlich schade, dass ich nicht weiterhin mit ihnen arbeiten kann, weil ich mich schon so gut mit ihnen eingespielt habe. Jetzt bin ich für die Zweit- und Drittklässler zuständig, und auch teilweise für die Erstklässler. Um letztere kümmert sich normalerweise Hermana Nancy, aber letzte Woche war sie ja nicht anwesend, und manchmal geht sie auch schon bevor alle fertig sind. Die erste Woche, ohne Schwester Nancy und in der die Kinder mich zum ersten Mal als Autoritätsperson bei den Hausaufgaben hatten, war unglaublich stressig. Außerdem ist unter ihnen eine Neue, die kaum Spanisch versteht und spricht, wodurch die Kommunikation mit ihr ziemlich schwierig ist. Ich habe in dieser Woche jedoch schon gemerkt, wie sich die Arbeit mit den Jüngerinnen langsam einspielt, und auch das Vertrauen der Kleinen, die fast nur Quechua spricht, konnte ich gewinnen.
Diese Woche gab es allerdings nur Montag und Dienstag Hausaufgabenbetreuung. Denn an den Tagen von Mittwoch bis Freitag haben die Lehrer gestreikt, wodurch natürlich die Schule ausfiel. Die Bildung der Kinder steht andauernd hinten an.
Wir Freiwilligen haben nun auch wieder unseren Englischunterricht begonnen, da glücklicherweise an den Abenden kein Strom ausgefallen ist. Ich freue mich, wieder Kurse zu geben zu können. Es macht einfach Spaß, den Kindern das beizubringen, was man selbst für wichtig hält, und ihnen sinnvolle Lernübungen zu geben (die Hausaufgabe für die Klassen 4 der Primarier bis zu dem letzten Jahrgang der Secundarier war in den letzen zwei Wochen, Deckblätter für jedes Heft zu malen). Außerdem wurden die Gruppen neu gemischt, da nun natürlich Neue in die Secundarier gekommen sind. In der Gruppe von Julian, Laura und Johanna waren schon immer die Älteren, die mehr können, und deswegen sind die Besten aus unserer Gruppe in die von ihnen gerutscht. Somit kommen zu uns die Jüngeren, unter denen auch welche sind, die ganz neu in der Albergue sind. Da hat man die Chance auch diese Kinder besser kennenzulernen.
Ansonsten hatten wir, da an den letzten Tagen die Schule ausfiel, auf der Chacra Unterstützung von den Kindern. Das ist immer sehr willkommen, weil dadurch die Arbeit, für die wir zu fünft einige Vormittage gebraucht hätten, in zwei Stunden erledigt ist.
Zu guter Letzt: am Freitag feierte Julian seinen 20. Geburtstag. Zusammen mit der Lehrin Pavela und der Bäuerin der Chacra Juanna, haben wir uns einen Überraschungsparty überlegt, unzwar an keinem geringeren Ort, also in einer Chicharia in Quiquijana. Chicharias sind kleine „Bars“, in denen die Andenbewohner sich mit Chicha (Maisbier) betrinken (der Alkoholismus und auch die Alkoholabhängigkeit ist hier leider sehr groß). Es gibt hier in Quiquijana unglaublich viele, und bisher kannten wir nur den starken Geruch, der aus ihnen drängt. Nun also eine echte Sensation: Gringos in einer Chicharia! Julian hatte nichts geahnt, als wir ihn unter dem Vorwand, was für die Chacra zu holen dorthin gelotst haben. Eine gelungene Überraschung!
Bis bald, meine Lieben,
eure Verena
Friday, March 9, 2012
Die ersten Schultage für unsere Jüngsten
Diese Woche war die Albergue schon wieder viel belebter als die letzten Wochen. Es waren zwar noch immer nicht alle Kinder da, doch schon ca. 50 von ihnen. Einige neue Gesichter sind auch darunter.
Bevor jedoch die Albergue wieder gefüllt wurde, haben wir die Woche zuvor mit den wenigen Kindern noch einen größeren Ausflug gemacht. So etwas wird nur einmal im Jahr gemacht, und dementsprechend aufgeregt waren alle. Das Ziel in diesem Jahr waren die heißen Quellen in Sicuani. Auch wir Freiwilligen sind mit in das Wasser gesprungen und haben mit den Kindern bei einer Wassertemperatur von bis zu 40 °C rumgetollt. Wir hatten außerdem unser Mittagessen mitgenommen, und wir essen uns immer noch an den Keksen satt, die wir kurz vor Weihnachten in Massen geschenkt bekommen haben. Dieser Tag war also wirklich gelungen, und alle waren rundum glücklich.
Nun waren also schon fast alle Kinder wieder da, doch die Schule hat immer noch nicht wirklich begonnen; erst hieß es sie finge am 1. März an, dann am Montag, dann am Donnerstag, und jetzt meint man ab nächsten Montag geht es wieder richtig los. Die Schulordnung ist hier manchmal echt zum verzweifeln. Die Einzigen, die schon richtig am arbeiten sind, sind die Erstklässler. Unsere fünf Kleinsten, Yamilet, Rubi, Yajaira (diese drei haben wir vorher immer zum Kindergarten gebracht), Andres und William, wurden an diesem Montag eingeschult. Julian und ich haben sie an ihrem ersten Tag begleitet. Hier wird aus dem Erstenschultag jedoch nicht so eine große Sache gemacht (von wegen Schultüte und so), dafür besitzt man gar kein Geld, besonders nicht bei so vielen Kindern. Dieser Montag lief im Prinzip ab wie jeder Montag in der Schule: Die Klassen der Jahrgänge 1 bis 6 stehen in einer Reihe, „exerzieren“ wie beim Militär nach dem, was der Schulleiter sag, und halten ihren Arme streng an der Seite, während ein halbes Dutzend von Schulkindern mit der peruanischen Flagge vorneweg maschiert, wozu alle die Flaggenhymne singen. Zudem wird später die Nationalhymne gesungen und das Vaterunser gebetet. Zuzüglich zu dieser üblichen Prozession wurden schwungvolle zu einem weiteren Schuljahr motivierende Reden gehalten. In jenen hieß es, man seie sich bewusst, dass letztes Jahr nicht alles richtig gelaufen sei, doch dieses Jahr werde man alles besser machen, damit die Kinder, die die Zukunft des Landes seien, eine gerechte Bildung erhalten können. Man sei höchst motiviert in den Unterricht für dieses Jahr zu starten. Ich denke es ist überflüssig zu erwähnen, was ich von diesem Versprechen halte, wenn man gelesen hat, welche Erfahrung ich mit dem Unterricht der Lehrer gemacht habe.
Am Donnerstag war ich außerdem bei der Elternversammlung der Klasse von Yamilet und Rubi als vertretende Erziehungsberechtige anwesend. Dort wurde das Komitee gebildet, so wie auch bei uns der Elternvertreter gewählt wird usw. Im Weiteren wurde besprochen, welche Schulmaterialien die Kinder brauchen, wobei auch einige Sachen in einer Gruppe gekauft werden, weil es ökonomischer ist. Die Eltern müssen nämlich neben dem persönlichen Arbeitsmaterial der Kinder, solche Sachen wie Seife für das Bad und das Arbeitsmaterial der Lehrer (dicke Filzstifte, Tafel usw.) bezahlen. Eigentlich war diese Versammlung nicht allzu spannend, und die meisten Mütter können kein Spanisch, sondern nur Quechua, warum also auch viel Quechua gesprochen wurde und ich um eine Übersetzung auf Spanisch bitten musste.
Soweit dieser kleine Einblick in meine momentane Arbeit.
Ganz liebe Grüße,
Verena
Bevor jedoch die Albergue wieder gefüllt wurde, haben wir die Woche zuvor mit den wenigen Kindern noch einen größeren Ausflug gemacht. So etwas wird nur einmal im Jahr gemacht, und dementsprechend aufgeregt waren alle. Das Ziel in diesem Jahr waren die heißen Quellen in Sicuani. Auch wir Freiwilligen sind mit in das Wasser gesprungen und haben mit den Kindern bei einer Wassertemperatur von bis zu 40 °C rumgetollt. Wir hatten außerdem unser Mittagessen mitgenommen, und wir essen uns immer noch an den Keksen satt, die wir kurz vor Weihnachten in Massen geschenkt bekommen haben. Dieser Tag war also wirklich gelungen, und alle waren rundum glücklich.
Nun waren also schon fast alle Kinder wieder da, doch die Schule hat immer noch nicht wirklich begonnen; erst hieß es sie finge am 1. März an, dann am Montag, dann am Donnerstag, und jetzt meint man ab nächsten Montag geht es wieder richtig los. Die Schulordnung ist hier manchmal echt zum verzweifeln. Die Einzigen, die schon richtig am arbeiten sind, sind die Erstklässler. Unsere fünf Kleinsten, Yamilet, Rubi, Yajaira (diese drei haben wir vorher immer zum Kindergarten gebracht), Andres und William, wurden an diesem Montag eingeschult. Julian und ich haben sie an ihrem ersten Tag begleitet. Hier wird aus dem Erstenschultag jedoch nicht so eine große Sache gemacht (von wegen Schultüte und so), dafür besitzt man gar kein Geld, besonders nicht bei so vielen Kindern. Dieser Montag lief im Prinzip ab wie jeder Montag in der Schule: Die Klassen der Jahrgänge 1 bis 6 stehen in einer Reihe, „exerzieren“ wie beim Militär nach dem, was der Schulleiter sag, und halten ihren Arme streng an der Seite, während ein halbes Dutzend von Schulkindern mit der peruanischen Flagge vorneweg maschiert, wozu alle die Flaggenhymne singen. Zudem wird später die Nationalhymne gesungen und das Vaterunser gebetet. Zuzüglich zu dieser üblichen Prozession wurden schwungvolle zu einem weiteren Schuljahr motivierende Reden gehalten. In jenen hieß es, man seie sich bewusst, dass letztes Jahr nicht alles richtig gelaufen sei, doch dieses Jahr werde man alles besser machen, damit die Kinder, die die Zukunft des Landes seien, eine gerechte Bildung erhalten können. Man sei höchst motiviert in den Unterricht für dieses Jahr zu starten. Ich denke es ist überflüssig zu erwähnen, was ich von diesem Versprechen halte, wenn man gelesen hat, welche Erfahrung ich mit dem Unterricht der Lehrer gemacht habe.
Am Donnerstag war ich außerdem bei der Elternversammlung der Klasse von Yamilet und Rubi als vertretende Erziehungsberechtige anwesend. Dort wurde das Komitee gebildet, so wie auch bei uns der Elternvertreter gewählt wird usw. Im Weiteren wurde besprochen, welche Schulmaterialien die Kinder brauchen, wobei auch einige Sachen in einer Gruppe gekauft werden, weil es ökonomischer ist. Die Eltern müssen nämlich neben dem persönlichen Arbeitsmaterial der Kinder, solche Sachen wie Seife für das Bad und das Arbeitsmaterial der Lehrer (dicke Filzstifte, Tafel usw.) bezahlen. Eigentlich war diese Versammlung nicht allzu spannend, und die meisten Mütter können kein Spanisch, sondern nur Quechua, warum also auch viel Quechua gesprochen wurde und ich um eine Übersetzung auf Spanisch bitten musste.
Soweit dieser kleine Einblick in meine momentane Arbeit.
Ganz liebe Grüße,
Verena
Saturday, February 25, 2012
Zuwachs auf der Chacra
Nach einer heimlichen Schwangerschaft brachte unsere Kuh "Chola" am 17. Februar einen kleinen Bullen auf die Welt.
Friday, February 24, 2012
Regenzeit, Karneval und mehr
Willkommen, Regenzeit! Ich dachte schon, vielleicht besteht die Regenzeit daraus, dass es nur ab und zu regnet, denn so war es noch im Januar. Doch nun regnet es jeden Tag. Meistens später am Nachmittag, aber manchmal auch fast den ganzen Tag durch. Da hat man oft gar keine Lust aus dem Haus zu gehen, und kalt ist es auch.Wenn dann aber doch mal die Sonner rauskommt, sieht man wie viel grüner einfach alles ist. Zum Beispiel sind wir an diesem Freitag mit den Kindern und Schwester Nancy zu Kapellen, die weiter oben auf einem Berg liegen, hinaufgestiegen, und konnten von da aus Quiquijana von oben und ihre schöne Umgebung bewundern.
Seit dem 15. Februar bin ich nun wieder zu den üblichen Tagen in Quiquijana anzutreffen. Die Arbeit läuft jedoch noch nicht so geregelt ab wie normalerweise, da im Moment noch Ferien sind. Erst am 5. März startet die Schule wieder und somit werden auch dann erst alle Kinder wieder in der Albergue sein. Gerade sind es 20 Kinder mit denen wir uns hauptsächlich spielerisch beschäftigen, besonders „Computo“ (Computerunterricht) ist sehr beliebt. Dabei haben auch die aus der Primaria die Chance an den Computer zu gehen, und es ist echt niedlich den 5-jährigen das Tippen auf der Tastatur beizubringen.
Letzte Woche Donnerstag wurde hier in Quiquijana das Fest der Comadre (Taufpatin) zelebriert. Dieses Fest war mir ehrlich gesagt ein wenig suspekt. Schwester Nancy und auch meine Gastmutter haben versucht es mir zu erklären, aber so ganz verstehe ich es doch nicht. An diesem Tag tragen Männer die Comadre, dargestellt als Puppe, in einem selbstgebastelten lebensgroßen Sag durch das Dorf. Sie grölen laut, und spielen, dass sie die Comadre begraben (in anderen Dörfern wurde sie in Bäumen aufgehangen). Man sei nämlich der Meinung die Comadre sei lästig, und man müsse sie loswerden. Jeder einzele stellt sich in dieser „Comadre“ eine für ihn nervige Person vor, und macht sich somit einen Spaß daraus zu sehen wie diese geschändelt wird. Die gleiche Prozession, nur umgekehrt, haben die Frauen eine Woche zuvor mit dem Copadre (Taufpauten) gemacht. Da ich von einem ähnlichen Fest noch nie etwas gehört habe, kann ich wohl nicht richtig begreifen, wozu es dieses Fest gibt. Doch hier gehört das Fest zu dem Land dazu wie jedes andere auch.
Ein weiteres Fest, wohl eher bekannt, war Karneval an diesem Dienstag. Wir haben schon am Sonntag in Cusco auf dem Plaza de Armas die Leute feiern gesehen. Doch nur für sehr kurz, da es geregnet hat, und wir nicht nur durch den Regen, sondern auch von Schaum durchnässt waren. Hier ist es nämlich Tradition, dass man sich gegenseitig mit Schaum, der aus einer raumspray-großen Dose kommt, besprüht, und zusätzlich mit Wasserbomben bewirft (letzteres ist in Cusco verboten, gibt es jedoch noch in den kleinen Dörfern wie Quiquijana). Für den Karneval in Quiquijana wurde ein Bühne aufgebaut, Kicker, Trampolin und ein kleines Karusell. Die Einwohner führten die üblichen traditionell schauspielerischen Tänze auf mit der zugehörigen Wayñu - Musik. Ich weiß nicht, wie ich neutral beschreiben soll, was Wayñu-Musik ist. In Deutschland würde man es wahrscheinlich „extrem hohes Gequische“ nennen. Ich möchte zwar kein schlechtes Wort über die andine Tradition verlieren, doch es war wirklich nicht schön, dieses Gequitsche in voller Lautstärke von Dienstagmittag bis in die Nacht (ca. 5 Uhr Mittwochmorgen) hören zu müssen, da das Schwesternhaus sehr nahe am Plaza de Armas liegt.
Eine weitere Gewohnheit ist es, zu Karneval Bäume aufzustellen, die behangen sind mit allen möglichen Gegenständen (Decke, Zement, Kochschüssel,...). Die Leuten tanzen am späten Abend um diese und fällen sie. Jeder versucht dann eins dieser Geschenke zu erhaschen.
Das Karnevalsfest hier ist also ganz anders als das in Deutschland. Hier verkleidet sich niemand, und bunte Wagen in dem Umzug gibt es auch nicht. Die Peruaner stellen viel mehr ihre Kultur in diesem Fest dar, und man erzählte uns, dass ursprünglich Paartänze praktiziert wurden, und dabei geschaut wurde, wer am besten miteinander tanzen kann, also am besten zusammen passt.
Nun noch eine kleine Korrektur zum letzten Eintrag. Es wird nicht so sein, dass Anne Kinder aus der Albergue zu einem Zahnarzt in Cusco bringt. Wir bekommen nämlich unsere eigene kleine Zahnarztpraxis in Quiquijana. In dem Schwesternhaus ist ein Zimmer ungenutzt, und gut geeignet für diese nützliche Anschaffung. Der Zahnarzt war schon hier als Dr. Gravenkötter noch zu Besuch in Quiquijana war, und somit wird dieses Projekt nun nach und nach in die Wege geleitet.
Die liebsten Grüße aus Peru,
Verena
Seit dem 15. Februar bin ich nun wieder zu den üblichen Tagen in Quiquijana anzutreffen. Die Arbeit läuft jedoch noch nicht so geregelt ab wie normalerweise, da im Moment noch Ferien sind. Erst am 5. März startet die Schule wieder und somit werden auch dann erst alle Kinder wieder in der Albergue sein. Gerade sind es 20 Kinder mit denen wir uns hauptsächlich spielerisch beschäftigen, besonders „Computo“ (Computerunterricht) ist sehr beliebt. Dabei haben auch die aus der Primaria die Chance an den Computer zu gehen, und es ist echt niedlich den 5-jährigen das Tippen auf der Tastatur beizubringen.
Letzte Woche Donnerstag wurde hier in Quiquijana das Fest der Comadre (Taufpatin) zelebriert. Dieses Fest war mir ehrlich gesagt ein wenig suspekt. Schwester Nancy und auch meine Gastmutter haben versucht es mir zu erklären, aber so ganz verstehe ich es doch nicht. An diesem Tag tragen Männer die Comadre, dargestellt als Puppe, in einem selbstgebastelten lebensgroßen Sag durch das Dorf. Sie grölen laut, und spielen, dass sie die Comadre begraben (in anderen Dörfern wurde sie in Bäumen aufgehangen). Man sei nämlich der Meinung die Comadre sei lästig, und man müsse sie loswerden. Jeder einzele stellt sich in dieser „Comadre“ eine für ihn nervige Person vor, und macht sich somit einen Spaß daraus zu sehen wie diese geschändelt wird. Die gleiche Prozession, nur umgekehrt, haben die Frauen eine Woche zuvor mit dem Copadre (Taufpauten) gemacht. Da ich von einem ähnlichen Fest noch nie etwas gehört habe, kann ich wohl nicht richtig begreifen, wozu es dieses Fest gibt. Doch hier gehört das Fest zu dem Land dazu wie jedes andere auch.
Ein weiteres Fest, wohl eher bekannt, war Karneval an diesem Dienstag. Wir haben schon am Sonntag in Cusco auf dem Plaza de Armas die Leute feiern gesehen. Doch nur für sehr kurz, da es geregnet hat, und wir nicht nur durch den Regen, sondern auch von Schaum durchnässt waren. Hier ist es nämlich Tradition, dass man sich gegenseitig mit Schaum, der aus einer raumspray-großen Dose kommt, besprüht, und zusätzlich mit Wasserbomben bewirft (letzteres ist in Cusco verboten, gibt es jedoch noch in den kleinen Dörfern wie Quiquijana). Für den Karneval in Quiquijana wurde ein Bühne aufgebaut, Kicker, Trampolin und ein kleines Karusell. Die Einwohner führten die üblichen traditionell schauspielerischen Tänze auf mit der zugehörigen Wayñu - Musik. Ich weiß nicht, wie ich neutral beschreiben soll, was Wayñu-Musik ist. In Deutschland würde man es wahrscheinlich „extrem hohes Gequische“ nennen. Ich möchte zwar kein schlechtes Wort über die andine Tradition verlieren, doch es war wirklich nicht schön, dieses Gequitsche in voller Lautstärke von Dienstagmittag bis in die Nacht (ca. 5 Uhr Mittwochmorgen) hören zu müssen, da das Schwesternhaus sehr nahe am Plaza de Armas liegt.
Eine weitere Gewohnheit ist es, zu Karneval Bäume aufzustellen, die behangen sind mit allen möglichen Gegenständen (Decke, Zement, Kochschüssel,...). Die Leuten tanzen am späten Abend um diese und fällen sie. Jeder versucht dann eins dieser Geschenke zu erhaschen.
Das Karnevalsfest hier ist also ganz anders als das in Deutschland. Hier verkleidet sich niemand, und bunte Wagen in dem Umzug gibt es auch nicht. Die Peruaner stellen viel mehr ihre Kultur in diesem Fest dar, und man erzählte uns, dass ursprünglich Paartänze praktiziert wurden, und dabei geschaut wurde, wer am besten miteinander tanzen kann, also am besten zusammen passt.
Nun noch eine kleine Korrektur zum letzten Eintrag. Es wird nicht so sein, dass Anne Kinder aus der Albergue zu einem Zahnarzt in Cusco bringt. Wir bekommen nämlich unsere eigene kleine Zahnarztpraxis in Quiquijana. In dem Schwesternhaus ist ein Zimmer ungenutzt, und gut geeignet für diese nützliche Anschaffung. Der Zahnarzt war schon hier als Dr. Gravenkötter noch zu Besuch in Quiquijana war, und somit wird dieses Projekt nun nach und nach in die Wege geleitet.
Die liebsten Grüße aus Peru,
Verena
Tuesday, February 14, 2012
Mein Urlaub
In den letzten Woche bin ich wirklich viel gereist. Meine Ziele waren:
1. Ica, Nazca und Paracas: 4.1. bis 10.1
2. Am 11. 1. habe ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abgeholt
bis zum 16.1. waren wir in Cusco.
bis zum 16.1. waren wir in Cusco.
3. Anschließend fuhr ich mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee, nach Copacabana und zur Isla del Sol, dann nach La Paz: 17.1. bis 21.1.
4. Salar de Uyuni Tour (Salzsee und Nationalpark mit Lagunen im Süden Boliviens) 22.1. bis 24.1.
5. Einige Tage in Cusco
6. Arequipa: 29.1. bis 4.2. (incl. Colca Cañon Tour)
7. Lima: 5.2. bis 11.2. (Zwischenseminar)
Ich finde es gerade ganz schön schwer damit anzufangen, von meinem Urlaub zu berichten. Es gab so viel tolles zu sehen und zu erleben.
Manchmal war ich einfach nur in einen „Staun-zustand“ versetzt, weil ich derartiges noch nie gesehen habe. Besonders die 3-tägige Tour zum Salar de Uyuni und zu den Lagunas Coloradas (bunte Lagunen) hat mich sehr beeindruckt. Es ist einfach unglaublich zu sehen, was die Natur auf unserer Erde alles zu bieten hat, und wir wissen davon gar nichts. Vielleicht haben wir es ja doch schon mal im Fernsehen gesehen, aber dann weitergeschaltet, weil schon wieder Werbung kam oder wir doch lieber unsere Lieblingsserie sehen wollten. Abgesehen davon kann das Fernsehen sowieso nicht die Eindrücke vermitteln, die man bekommt, wenn man es in der Realität sieht. Wie oft ging es mir so, dass ich ein super schönes Motiv gesehen hab, es mit der Kamera aufgenommen habe, das Bild anschaute, und dachte „Das ist nun wirklich nicht das, was ich mit meinen Augen gesehen habe“.
Abgesehen davon, dass ich so schöne Seiten von Bolivien und Peru gesehen habe, hatte ich sehr viel Spaß mit den Leuten, mit denen ich unterwegs war. Bei der Salar-tour waren wir zwei deutsche Verenas, zwei Columianer und ein junges brasilianisches Paar. Es ist immer wieder toll Leute aus anderen Ländern kennenzulernen, und dabei zu sehen, wie ähnlich man sich ist in seiner Begeisterung vom Reisen und seinen Lebenseinstellungen.
An der Küste Perus war ich mit Franz und Laura unterwegs. Zuerst waren wir in der Oase Huacachina, Ica. Von da aus sind wir mit dem Buggy in die Wüste gefahren und konnten dort sandsurfen (sieht aus wie Snowboarden nur auf Sand). Das war echt spaßig!, und sandig, und leider auch ein wenig gefährlich... Franz hat sich nach einem unglücklichen Fall das Schlüsselbein gebrochen. Er ist dann nur noch mit uns nach Nazca gekommen, um dort die berühmten Nazcalinien anzuschauen. Diese Linien zeigen Figuren und Formen, die oftmals nur wenige Zentimeter in den Wüstenboden eingraviert wurde, und dennoch immer vorhanden sind. Sie sollen schon zwischen 800 v. Chr. und 200 v. Chr. entstanden sein. Um die Figuren ganz erkennen zu können, fliegt man mit einer Cessna über die rostrote Wüste. So haben auch Laura und ich es gemacht. Es ist nicht zu bestreiten, dass es beeindruckend war, und doch waren wir froh als wir gelandet sind. Auf dem 30 minütigen Flug dreht sich das Flugzeug nämlich erst 90 Grad nach links und dann 90 Grad nach rechts, damit wirklich jeder alles gut sehen kann...
An diesem Tag hat sich Franz schon wieder auf den Rückweg nach Cusco gemacht, weil er einfach zu eingeschränkt war. Während Laura und ich die peruranische Küste in Richtung Norden hochgefahren sind. Unser nächstes Ziel war Paracas, von wo aus wir zu den Islas Ballestas, mit ihrer Vielfalt an Vögeln (600 verschiedene Arten soll es dort geben) und ihren Seehunden, gefahren sind. Anschließend fuhren wir noch weiter nörtlich, auf der Suche nach einen schönen Badestrand. Den haben wir in Cerro Azul gefunden, nachdem wir erst abenteuerlich mitten auf der Panamericana vom Bus ausgesetzt wurden.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Cusco, da ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abholen musste (ich hatte sie aber zufällig schon in Nazca getroffen). Mit ihnen habe ich eine schöne Zeit in Cusco und Umgebung verbracht, indem ich ihnen zeigen konnte wie ich hier lebe. Auch Quiquijana haben wir zusammen besucht, und sie schienen sehr begeistert von meiner Arbeit. Nachdem ich am 16. meinen Geburtstag mit einigen Freunden gefeiert habe, fuhr ich am 17. mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee und nach Copacabana. Am 20. kamen wir in La Paz an. Dort habe ich mich mit meiner ehemaligen Klassenkameradin getroffen, die in La Paz in einem Projekt mit Straßenkindern arbeitet.
Am 21. verabschiedete ich mich von meinen Eltern und startete nach Uyuni, um die Tour zu dem Salzsee und den Lagunen zu starten, von der ich schon erzählt hatte.
Zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke meiner Reise war ich für ein paar Tage nach Cusco zurückgekehrt. Ich wartete bis Julian aus Brasilien wieder gekommen war, damit wir gemeinsam nach Arequipa reisen konnten. In dem Colcacañon bei Arequipa haben wir eine schöne und anstrengende 2-tägige Wandertour gemacht. Dabei haben wir Condore sehen können, die Landschaft bewundert und waren in zwei Thermalbädern, sind aber auch am ersten Tag 8 Stunden gewandert und am zweiten Tag um 5 Uhr aufgestanden, um dann 950 Meter steil bergauf zu gehen. Meine Waden haben sich noch Tage danach beschwert.
Sonst haben Julian und ich uns nur ein wenig die Innenstadt Arequipas angeschaut, welche sehr schön ist, da insbesondere die Gebäude um den Plaza de Armas aus weißem Stein gebaut sind.
Zum Abschluss des Urlaubs, stand noch das Zwischenseminar auf dem Programm. Der Vorsitzende unserer Organisation, Dr. Heinz Gravenkötter, ist aus Deutschland angereist, damit wir gemeinsam über das Projekt reden können. Wir haben ihm geschildert wie es im Moment ist, und was eventuell verbesserungsfähig sei. Da auch Anne Seul, eine weitere deutsche Freiwillige, dabei waren, konnten wir zudem vereinbaren, wie man das Projekt, welches direkt in Cusco ist, mit dem aus Quiquijana verknüpft. Anne Seul arbeitet bei dem Mittagstisch in Cusco und sorgt dafür, dass die Kinder von dort zu einer Zahnärztin gehen. Nun ist die Idee, dass auch die Kinder der Albergue zu dieser Zahnärztin gebracht werden, um untersucht und gegebenfalls behandelt werden zu können.
Soweit eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Wochen. Ab morgen starte ich wieder in das Projekt. Heute Abend ist ein letztes Treffen mit Dr. Gravenkötter vorgesehen.
Also bald gibt es wieder neue Nachrichten aus Quiquijana! Ich freue mich schon sehr die Kinder wieder zu sehen, auch wenn es erstmal nur ein Teil ist, weil die meisten erst ab dem 1. März, also zum Schulbeginn, wieder dort sind.
Die liebsten Grüße nach Deutschland und un feliz día de la amistad! (einen fröhlichen Tag der Freundschaft! (Valentinstag = Tag der Verliebten und Tag der Freundschaft)
Eure Verena
Manchmal war ich einfach nur in einen „Staun-zustand“ versetzt, weil ich derartiges noch nie gesehen habe. Besonders die 3-tägige Tour zum Salar de Uyuni und zu den Lagunas Coloradas (bunte Lagunen) hat mich sehr beeindruckt. Es ist einfach unglaublich zu sehen, was die Natur auf unserer Erde alles zu bieten hat, und wir wissen davon gar nichts. Vielleicht haben wir es ja doch schon mal im Fernsehen gesehen, aber dann weitergeschaltet, weil schon wieder Werbung kam oder wir doch lieber unsere Lieblingsserie sehen wollten. Abgesehen davon kann das Fernsehen sowieso nicht die Eindrücke vermitteln, die man bekommt, wenn man es in der Realität sieht. Wie oft ging es mir so, dass ich ein super schönes Motiv gesehen hab, es mit der Kamera aufgenommen habe, das Bild anschaute, und dachte „Das ist nun wirklich nicht das, was ich mit meinen Augen gesehen habe“.
Abgesehen davon, dass ich so schöne Seiten von Bolivien und Peru gesehen habe, hatte ich sehr viel Spaß mit den Leuten, mit denen ich unterwegs war. Bei der Salar-tour waren wir zwei deutsche Verenas, zwei Columianer und ein junges brasilianisches Paar. Es ist immer wieder toll Leute aus anderen Ländern kennenzulernen, und dabei zu sehen, wie ähnlich man sich ist in seiner Begeisterung vom Reisen und seinen Lebenseinstellungen.
An der Küste Perus war ich mit Franz und Laura unterwegs. Zuerst waren wir in der Oase Huacachina, Ica. Von da aus sind wir mit dem Buggy in die Wüste gefahren und konnten dort sandsurfen (sieht aus wie Snowboarden nur auf Sand). Das war echt spaßig!, und sandig, und leider auch ein wenig gefährlich... Franz hat sich nach einem unglücklichen Fall das Schlüsselbein gebrochen. Er ist dann nur noch mit uns nach Nazca gekommen, um dort die berühmten Nazcalinien anzuschauen. Diese Linien zeigen Figuren und Formen, die oftmals nur wenige Zentimeter in den Wüstenboden eingraviert wurde, und dennoch immer vorhanden sind. Sie sollen schon zwischen 800 v. Chr. und 200 v. Chr. entstanden sein. Um die Figuren ganz erkennen zu können, fliegt man mit einer Cessna über die rostrote Wüste. So haben auch Laura und ich es gemacht. Es ist nicht zu bestreiten, dass es beeindruckend war, und doch waren wir froh als wir gelandet sind. Auf dem 30 minütigen Flug dreht sich das Flugzeug nämlich erst 90 Grad nach links und dann 90 Grad nach rechts, damit wirklich jeder alles gut sehen kann...
An diesem Tag hat sich Franz schon wieder auf den Rückweg nach Cusco gemacht, weil er einfach zu eingeschränkt war. Während Laura und ich die peruranische Küste in Richtung Norden hochgefahren sind. Unser nächstes Ziel war Paracas, von wo aus wir zu den Islas Ballestas, mit ihrer Vielfalt an Vögeln (600 verschiedene Arten soll es dort geben) und ihren Seehunden, gefahren sind. Anschließend fuhren wir noch weiter nörtlich, auf der Suche nach einen schönen Badestrand. Den haben wir in Cerro Azul gefunden, nachdem wir erst abenteuerlich mitten auf der Panamericana vom Bus ausgesetzt wurden.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Cusco, da ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abholen musste (ich hatte sie aber zufällig schon in Nazca getroffen). Mit ihnen habe ich eine schöne Zeit in Cusco und Umgebung verbracht, indem ich ihnen zeigen konnte wie ich hier lebe. Auch Quiquijana haben wir zusammen besucht, und sie schienen sehr begeistert von meiner Arbeit. Nachdem ich am 16. meinen Geburtstag mit einigen Freunden gefeiert habe, fuhr ich am 17. mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee und nach Copacabana. Am 20. kamen wir in La Paz an. Dort habe ich mich mit meiner ehemaligen Klassenkameradin getroffen, die in La Paz in einem Projekt mit Straßenkindern arbeitet.
Am 21. verabschiedete ich mich von meinen Eltern und startete nach Uyuni, um die Tour zu dem Salzsee und den Lagunen zu starten, von der ich schon erzählt hatte.
Zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke meiner Reise war ich für ein paar Tage nach Cusco zurückgekehrt. Ich wartete bis Julian aus Brasilien wieder gekommen war, damit wir gemeinsam nach Arequipa reisen konnten. In dem Colcacañon bei Arequipa haben wir eine schöne und anstrengende 2-tägige Wandertour gemacht. Dabei haben wir Condore sehen können, die Landschaft bewundert und waren in zwei Thermalbädern, sind aber auch am ersten Tag 8 Stunden gewandert und am zweiten Tag um 5 Uhr aufgestanden, um dann 950 Meter steil bergauf zu gehen. Meine Waden haben sich noch Tage danach beschwert.
Sonst haben Julian und ich uns nur ein wenig die Innenstadt Arequipas angeschaut, welche sehr schön ist, da insbesondere die Gebäude um den Plaza de Armas aus weißem Stein gebaut sind.
Zum Abschluss des Urlaubs, stand noch das Zwischenseminar auf dem Programm. Der Vorsitzende unserer Organisation, Dr. Heinz Gravenkötter, ist aus Deutschland angereist, damit wir gemeinsam über das Projekt reden können. Wir haben ihm geschildert wie es im Moment ist, und was eventuell verbesserungsfähig sei. Da auch Anne Seul, eine weitere deutsche Freiwillige, dabei waren, konnten wir zudem vereinbaren, wie man das Projekt, welches direkt in Cusco ist, mit dem aus Quiquijana verknüpft. Anne Seul arbeitet bei dem Mittagstisch in Cusco und sorgt dafür, dass die Kinder von dort zu einer Zahnärztin gehen. Nun ist die Idee, dass auch die Kinder der Albergue zu dieser Zahnärztin gebracht werden, um untersucht und gegebenfalls behandelt werden zu können.
Soweit eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Wochen. Ab morgen starte ich wieder in das Projekt. Heute Abend ist ein letztes Treffen mit Dr. Gravenkötter vorgesehen.
Also bald gibt es wieder neue Nachrichten aus Quiquijana! Ich freue mich schon sehr die Kinder wieder zu sehen, auch wenn es erstmal nur ein Teil ist, weil die meisten erst ab dem 1. März, also zum Schulbeginn, wieder dort sind.
Die liebsten Grüße nach Deutschland und un feliz día de la amistad! (einen fröhlichen Tag der Freundschaft! (Valentinstag = Tag der Verliebten und Tag der Freundschaft)
Eure Verena
Thursday, December 29, 2011
Weihnachten
eine lange Schlange als die Stadtverwaltung Geschenke etc. verteilt
nachdem haufenweise Bälle verschenkt wurde, hörte man bei uns in der Albergue nur noch das Geräusch von Bällen die hin und her und gegen die Wand gekickt wurden
selbstgemachtes Panetón und heißer Kakao wurden ausgeteilt
sooo viele Kekse haben wir gemacht und am 24. verteilt. sehr lecker! nach deutschem Rezept :)
kurz vor unserer Wichtel-Auflösung mit Panetón und heißem Kakao
ein Chaos beim Verteilen der Geschenke am Morgen des 24.12.
Am Weihnachtsabend saßen wir nach der Kirche noch mit den wenigen gebliebenden Kindern im Schwesternhaus. und was gabs zum Essen und zum Trinken? Richtig: Panetón und heißen Kakao!
mehr Geschenke!!
da haben welche aber schöne Schäle geschenkt bekommen!
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