Nach einer heimlichen Schwangerschaft brachte unsere Kuh "Chola" am 17. Februar einen kleinen Bullen auf die Welt.
Saturday, February 25, 2012
Friday, February 24, 2012
Regenzeit, Karneval und mehr
Willkommen, Regenzeit! Ich dachte schon, vielleicht besteht die Regenzeit daraus, dass es nur ab und zu regnet, denn so war es noch im Januar. Doch nun regnet es jeden Tag. Meistens später am Nachmittag, aber manchmal auch fast den ganzen Tag durch. Da hat man oft gar keine Lust aus dem Haus zu gehen, und kalt ist es auch.Wenn dann aber doch mal die Sonner rauskommt, sieht man wie viel grüner einfach alles ist. Zum Beispiel sind wir an diesem Freitag mit den Kindern und Schwester Nancy zu Kapellen, die weiter oben auf einem Berg liegen, hinaufgestiegen, und konnten von da aus Quiquijana von oben und ihre schöne Umgebung bewundern.
Seit dem 15. Februar bin ich nun wieder zu den üblichen Tagen in Quiquijana anzutreffen. Die Arbeit läuft jedoch noch nicht so geregelt ab wie normalerweise, da im Moment noch Ferien sind. Erst am 5. März startet die Schule wieder und somit werden auch dann erst alle Kinder wieder in der Albergue sein. Gerade sind es 20 Kinder mit denen wir uns hauptsächlich spielerisch beschäftigen, besonders „Computo“ (Computerunterricht) ist sehr beliebt. Dabei haben auch die aus der Primaria die Chance an den Computer zu gehen, und es ist echt niedlich den 5-jährigen das Tippen auf der Tastatur beizubringen.
Letzte Woche Donnerstag wurde hier in Quiquijana das Fest der Comadre (Taufpatin) zelebriert. Dieses Fest war mir ehrlich gesagt ein wenig suspekt. Schwester Nancy und auch meine Gastmutter haben versucht es mir zu erklären, aber so ganz verstehe ich es doch nicht. An diesem Tag tragen Männer die Comadre, dargestellt als Puppe, in einem selbstgebastelten lebensgroßen Sag durch das Dorf. Sie grölen laut, und spielen, dass sie die Comadre begraben (in anderen Dörfern wurde sie in Bäumen aufgehangen). Man sei nämlich der Meinung die Comadre sei lästig, und man müsse sie loswerden. Jeder einzele stellt sich in dieser „Comadre“ eine für ihn nervige Person vor, und macht sich somit einen Spaß daraus zu sehen wie diese geschändelt wird. Die gleiche Prozession, nur umgekehrt, haben die Frauen eine Woche zuvor mit dem Copadre (Taufpauten) gemacht. Da ich von einem ähnlichen Fest noch nie etwas gehört habe, kann ich wohl nicht richtig begreifen, wozu es dieses Fest gibt. Doch hier gehört das Fest zu dem Land dazu wie jedes andere auch.
Ein weiteres Fest, wohl eher bekannt, war Karneval an diesem Dienstag. Wir haben schon am Sonntag in Cusco auf dem Plaza de Armas die Leute feiern gesehen. Doch nur für sehr kurz, da es geregnet hat, und wir nicht nur durch den Regen, sondern auch von Schaum durchnässt waren. Hier ist es nämlich Tradition, dass man sich gegenseitig mit Schaum, der aus einer raumspray-großen Dose kommt, besprüht, und zusätzlich mit Wasserbomben bewirft (letzteres ist in Cusco verboten, gibt es jedoch noch in den kleinen Dörfern wie Quiquijana). Für den Karneval in Quiquijana wurde ein Bühne aufgebaut, Kicker, Trampolin und ein kleines Karusell. Die Einwohner führten die üblichen traditionell schauspielerischen Tänze auf mit der zugehörigen Wayñu - Musik. Ich weiß nicht, wie ich neutral beschreiben soll, was Wayñu-Musik ist. In Deutschland würde man es wahrscheinlich „extrem hohes Gequische“ nennen. Ich möchte zwar kein schlechtes Wort über die andine Tradition verlieren, doch es war wirklich nicht schön, dieses Gequitsche in voller Lautstärke von Dienstagmittag bis in die Nacht (ca. 5 Uhr Mittwochmorgen) hören zu müssen, da das Schwesternhaus sehr nahe am Plaza de Armas liegt.
Eine weitere Gewohnheit ist es, zu Karneval Bäume aufzustellen, die behangen sind mit allen möglichen Gegenständen (Decke, Zement, Kochschüssel,...). Die Leuten tanzen am späten Abend um diese und fällen sie. Jeder versucht dann eins dieser Geschenke zu erhaschen.
Das Karnevalsfest hier ist also ganz anders als das in Deutschland. Hier verkleidet sich niemand, und bunte Wagen in dem Umzug gibt es auch nicht. Die Peruaner stellen viel mehr ihre Kultur in diesem Fest dar, und man erzählte uns, dass ursprünglich Paartänze praktiziert wurden, und dabei geschaut wurde, wer am besten miteinander tanzen kann, also am besten zusammen passt.
Nun noch eine kleine Korrektur zum letzten Eintrag. Es wird nicht so sein, dass Anne Kinder aus der Albergue zu einem Zahnarzt in Cusco bringt. Wir bekommen nämlich unsere eigene kleine Zahnarztpraxis in Quiquijana. In dem Schwesternhaus ist ein Zimmer ungenutzt, und gut geeignet für diese nützliche Anschaffung. Der Zahnarzt war schon hier als Dr. Gravenkötter noch zu Besuch in Quiquijana war, und somit wird dieses Projekt nun nach und nach in die Wege geleitet.
Die liebsten Grüße aus Peru,
Verena
Seit dem 15. Februar bin ich nun wieder zu den üblichen Tagen in Quiquijana anzutreffen. Die Arbeit läuft jedoch noch nicht so geregelt ab wie normalerweise, da im Moment noch Ferien sind. Erst am 5. März startet die Schule wieder und somit werden auch dann erst alle Kinder wieder in der Albergue sein. Gerade sind es 20 Kinder mit denen wir uns hauptsächlich spielerisch beschäftigen, besonders „Computo“ (Computerunterricht) ist sehr beliebt. Dabei haben auch die aus der Primaria die Chance an den Computer zu gehen, und es ist echt niedlich den 5-jährigen das Tippen auf der Tastatur beizubringen.
Letzte Woche Donnerstag wurde hier in Quiquijana das Fest der Comadre (Taufpatin) zelebriert. Dieses Fest war mir ehrlich gesagt ein wenig suspekt. Schwester Nancy und auch meine Gastmutter haben versucht es mir zu erklären, aber so ganz verstehe ich es doch nicht. An diesem Tag tragen Männer die Comadre, dargestellt als Puppe, in einem selbstgebastelten lebensgroßen Sag durch das Dorf. Sie grölen laut, und spielen, dass sie die Comadre begraben (in anderen Dörfern wurde sie in Bäumen aufgehangen). Man sei nämlich der Meinung die Comadre sei lästig, und man müsse sie loswerden. Jeder einzele stellt sich in dieser „Comadre“ eine für ihn nervige Person vor, und macht sich somit einen Spaß daraus zu sehen wie diese geschändelt wird. Die gleiche Prozession, nur umgekehrt, haben die Frauen eine Woche zuvor mit dem Copadre (Taufpauten) gemacht. Da ich von einem ähnlichen Fest noch nie etwas gehört habe, kann ich wohl nicht richtig begreifen, wozu es dieses Fest gibt. Doch hier gehört das Fest zu dem Land dazu wie jedes andere auch.
Ein weiteres Fest, wohl eher bekannt, war Karneval an diesem Dienstag. Wir haben schon am Sonntag in Cusco auf dem Plaza de Armas die Leute feiern gesehen. Doch nur für sehr kurz, da es geregnet hat, und wir nicht nur durch den Regen, sondern auch von Schaum durchnässt waren. Hier ist es nämlich Tradition, dass man sich gegenseitig mit Schaum, der aus einer raumspray-großen Dose kommt, besprüht, und zusätzlich mit Wasserbomben bewirft (letzteres ist in Cusco verboten, gibt es jedoch noch in den kleinen Dörfern wie Quiquijana). Für den Karneval in Quiquijana wurde ein Bühne aufgebaut, Kicker, Trampolin und ein kleines Karusell. Die Einwohner führten die üblichen traditionell schauspielerischen Tänze auf mit der zugehörigen Wayñu - Musik. Ich weiß nicht, wie ich neutral beschreiben soll, was Wayñu-Musik ist. In Deutschland würde man es wahrscheinlich „extrem hohes Gequische“ nennen. Ich möchte zwar kein schlechtes Wort über die andine Tradition verlieren, doch es war wirklich nicht schön, dieses Gequitsche in voller Lautstärke von Dienstagmittag bis in die Nacht (ca. 5 Uhr Mittwochmorgen) hören zu müssen, da das Schwesternhaus sehr nahe am Plaza de Armas liegt.
Eine weitere Gewohnheit ist es, zu Karneval Bäume aufzustellen, die behangen sind mit allen möglichen Gegenständen (Decke, Zement, Kochschüssel,...). Die Leuten tanzen am späten Abend um diese und fällen sie. Jeder versucht dann eins dieser Geschenke zu erhaschen.
Das Karnevalsfest hier ist also ganz anders als das in Deutschland. Hier verkleidet sich niemand, und bunte Wagen in dem Umzug gibt es auch nicht. Die Peruaner stellen viel mehr ihre Kultur in diesem Fest dar, und man erzählte uns, dass ursprünglich Paartänze praktiziert wurden, und dabei geschaut wurde, wer am besten miteinander tanzen kann, also am besten zusammen passt.
Nun noch eine kleine Korrektur zum letzten Eintrag. Es wird nicht so sein, dass Anne Kinder aus der Albergue zu einem Zahnarzt in Cusco bringt. Wir bekommen nämlich unsere eigene kleine Zahnarztpraxis in Quiquijana. In dem Schwesternhaus ist ein Zimmer ungenutzt, und gut geeignet für diese nützliche Anschaffung. Der Zahnarzt war schon hier als Dr. Gravenkötter noch zu Besuch in Quiquijana war, und somit wird dieses Projekt nun nach und nach in die Wege geleitet.
Die liebsten Grüße aus Peru,
Verena
Tuesday, February 14, 2012
Mein Urlaub
In den letzten Woche bin ich wirklich viel gereist. Meine Ziele waren:
1. Ica, Nazca und Paracas: 4.1. bis 10.1
2. Am 11. 1. habe ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abgeholt
bis zum 16.1. waren wir in Cusco.
bis zum 16.1. waren wir in Cusco.
3. Anschließend fuhr ich mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee, nach Copacabana und zur Isla del Sol, dann nach La Paz: 17.1. bis 21.1.
4. Salar de Uyuni Tour (Salzsee und Nationalpark mit Lagunen im Süden Boliviens) 22.1. bis 24.1.
5. Einige Tage in Cusco
6. Arequipa: 29.1. bis 4.2. (incl. Colca Cañon Tour)
7. Lima: 5.2. bis 11.2. (Zwischenseminar)
Ich finde es gerade ganz schön schwer damit anzufangen, von meinem Urlaub zu berichten. Es gab so viel tolles zu sehen und zu erleben.
Manchmal war ich einfach nur in einen „Staun-zustand“ versetzt, weil ich derartiges noch nie gesehen habe. Besonders die 3-tägige Tour zum Salar de Uyuni und zu den Lagunas Coloradas (bunte Lagunen) hat mich sehr beeindruckt. Es ist einfach unglaublich zu sehen, was die Natur auf unserer Erde alles zu bieten hat, und wir wissen davon gar nichts. Vielleicht haben wir es ja doch schon mal im Fernsehen gesehen, aber dann weitergeschaltet, weil schon wieder Werbung kam oder wir doch lieber unsere Lieblingsserie sehen wollten. Abgesehen davon kann das Fernsehen sowieso nicht die Eindrücke vermitteln, die man bekommt, wenn man es in der Realität sieht. Wie oft ging es mir so, dass ich ein super schönes Motiv gesehen hab, es mit der Kamera aufgenommen habe, das Bild anschaute, und dachte „Das ist nun wirklich nicht das, was ich mit meinen Augen gesehen habe“.
Abgesehen davon, dass ich so schöne Seiten von Bolivien und Peru gesehen habe, hatte ich sehr viel Spaß mit den Leuten, mit denen ich unterwegs war. Bei der Salar-tour waren wir zwei deutsche Verenas, zwei Columianer und ein junges brasilianisches Paar. Es ist immer wieder toll Leute aus anderen Ländern kennenzulernen, und dabei zu sehen, wie ähnlich man sich ist in seiner Begeisterung vom Reisen und seinen Lebenseinstellungen.
An der Küste Perus war ich mit Franz und Laura unterwegs. Zuerst waren wir in der Oase Huacachina, Ica. Von da aus sind wir mit dem Buggy in die Wüste gefahren und konnten dort sandsurfen (sieht aus wie Snowboarden nur auf Sand). Das war echt spaßig!, und sandig, und leider auch ein wenig gefährlich... Franz hat sich nach einem unglücklichen Fall das Schlüsselbein gebrochen. Er ist dann nur noch mit uns nach Nazca gekommen, um dort die berühmten Nazcalinien anzuschauen. Diese Linien zeigen Figuren und Formen, die oftmals nur wenige Zentimeter in den Wüstenboden eingraviert wurde, und dennoch immer vorhanden sind. Sie sollen schon zwischen 800 v. Chr. und 200 v. Chr. entstanden sein. Um die Figuren ganz erkennen zu können, fliegt man mit einer Cessna über die rostrote Wüste. So haben auch Laura und ich es gemacht. Es ist nicht zu bestreiten, dass es beeindruckend war, und doch waren wir froh als wir gelandet sind. Auf dem 30 minütigen Flug dreht sich das Flugzeug nämlich erst 90 Grad nach links und dann 90 Grad nach rechts, damit wirklich jeder alles gut sehen kann...
An diesem Tag hat sich Franz schon wieder auf den Rückweg nach Cusco gemacht, weil er einfach zu eingeschränkt war. Während Laura und ich die peruranische Küste in Richtung Norden hochgefahren sind. Unser nächstes Ziel war Paracas, von wo aus wir zu den Islas Ballestas, mit ihrer Vielfalt an Vögeln (600 verschiedene Arten soll es dort geben) und ihren Seehunden, gefahren sind. Anschließend fuhren wir noch weiter nörtlich, auf der Suche nach einen schönen Badestrand. Den haben wir in Cerro Azul gefunden, nachdem wir erst abenteuerlich mitten auf der Panamericana vom Bus ausgesetzt wurden.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Cusco, da ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abholen musste (ich hatte sie aber zufällig schon in Nazca getroffen). Mit ihnen habe ich eine schöne Zeit in Cusco und Umgebung verbracht, indem ich ihnen zeigen konnte wie ich hier lebe. Auch Quiquijana haben wir zusammen besucht, und sie schienen sehr begeistert von meiner Arbeit. Nachdem ich am 16. meinen Geburtstag mit einigen Freunden gefeiert habe, fuhr ich am 17. mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee und nach Copacabana. Am 20. kamen wir in La Paz an. Dort habe ich mich mit meiner ehemaligen Klassenkameradin getroffen, die in La Paz in einem Projekt mit Straßenkindern arbeitet.
Am 21. verabschiedete ich mich von meinen Eltern und startete nach Uyuni, um die Tour zu dem Salzsee und den Lagunen zu starten, von der ich schon erzählt hatte.
Zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke meiner Reise war ich für ein paar Tage nach Cusco zurückgekehrt. Ich wartete bis Julian aus Brasilien wieder gekommen war, damit wir gemeinsam nach Arequipa reisen konnten. In dem Colcacañon bei Arequipa haben wir eine schöne und anstrengende 2-tägige Wandertour gemacht. Dabei haben wir Condore sehen können, die Landschaft bewundert und waren in zwei Thermalbädern, sind aber auch am ersten Tag 8 Stunden gewandert und am zweiten Tag um 5 Uhr aufgestanden, um dann 950 Meter steil bergauf zu gehen. Meine Waden haben sich noch Tage danach beschwert.
Sonst haben Julian und ich uns nur ein wenig die Innenstadt Arequipas angeschaut, welche sehr schön ist, da insbesondere die Gebäude um den Plaza de Armas aus weißem Stein gebaut sind.
Zum Abschluss des Urlaubs, stand noch das Zwischenseminar auf dem Programm. Der Vorsitzende unserer Organisation, Dr. Heinz Gravenkötter, ist aus Deutschland angereist, damit wir gemeinsam über das Projekt reden können. Wir haben ihm geschildert wie es im Moment ist, und was eventuell verbesserungsfähig sei. Da auch Anne Seul, eine weitere deutsche Freiwillige, dabei waren, konnten wir zudem vereinbaren, wie man das Projekt, welches direkt in Cusco ist, mit dem aus Quiquijana verknüpft. Anne Seul arbeitet bei dem Mittagstisch in Cusco und sorgt dafür, dass die Kinder von dort zu einer Zahnärztin gehen. Nun ist die Idee, dass auch die Kinder der Albergue zu dieser Zahnärztin gebracht werden, um untersucht und gegebenfalls behandelt werden zu können.
Soweit eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Wochen. Ab morgen starte ich wieder in das Projekt. Heute Abend ist ein letztes Treffen mit Dr. Gravenkötter vorgesehen.
Also bald gibt es wieder neue Nachrichten aus Quiquijana! Ich freue mich schon sehr die Kinder wieder zu sehen, auch wenn es erstmal nur ein Teil ist, weil die meisten erst ab dem 1. März, also zum Schulbeginn, wieder dort sind.
Die liebsten Grüße nach Deutschland und un feliz día de la amistad! (einen fröhlichen Tag der Freundschaft! (Valentinstag = Tag der Verliebten und Tag der Freundschaft)
Eure Verena
Manchmal war ich einfach nur in einen „Staun-zustand“ versetzt, weil ich derartiges noch nie gesehen habe. Besonders die 3-tägige Tour zum Salar de Uyuni und zu den Lagunas Coloradas (bunte Lagunen) hat mich sehr beeindruckt. Es ist einfach unglaublich zu sehen, was die Natur auf unserer Erde alles zu bieten hat, und wir wissen davon gar nichts. Vielleicht haben wir es ja doch schon mal im Fernsehen gesehen, aber dann weitergeschaltet, weil schon wieder Werbung kam oder wir doch lieber unsere Lieblingsserie sehen wollten. Abgesehen davon kann das Fernsehen sowieso nicht die Eindrücke vermitteln, die man bekommt, wenn man es in der Realität sieht. Wie oft ging es mir so, dass ich ein super schönes Motiv gesehen hab, es mit der Kamera aufgenommen habe, das Bild anschaute, und dachte „Das ist nun wirklich nicht das, was ich mit meinen Augen gesehen habe“.
Abgesehen davon, dass ich so schöne Seiten von Bolivien und Peru gesehen habe, hatte ich sehr viel Spaß mit den Leuten, mit denen ich unterwegs war. Bei der Salar-tour waren wir zwei deutsche Verenas, zwei Columianer und ein junges brasilianisches Paar. Es ist immer wieder toll Leute aus anderen Ländern kennenzulernen, und dabei zu sehen, wie ähnlich man sich ist in seiner Begeisterung vom Reisen und seinen Lebenseinstellungen.
An der Küste Perus war ich mit Franz und Laura unterwegs. Zuerst waren wir in der Oase Huacachina, Ica. Von da aus sind wir mit dem Buggy in die Wüste gefahren und konnten dort sandsurfen (sieht aus wie Snowboarden nur auf Sand). Das war echt spaßig!, und sandig, und leider auch ein wenig gefährlich... Franz hat sich nach einem unglücklichen Fall das Schlüsselbein gebrochen. Er ist dann nur noch mit uns nach Nazca gekommen, um dort die berühmten Nazcalinien anzuschauen. Diese Linien zeigen Figuren und Formen, die oftmals nur wenige Zentimeter in den Wüstenboden eingraviert wurde, und dennoch immer vorhanden sind. Sie sollen schon zwischen 800 v. Chr. und 200 v. Chr. entstanden sein. Um die Figuren ganz erkennen zu können, fliegt man mit einer Cessna über die rostrote Wüste. So haben auch Laura und ich es gemacht. Es ist nicht zu bestreiten, dass es beeindruckend war, und doch waren wir froh als wir gelandet sind. Auf dem 30 minütigen Flug dreht sich das Flugzeug nämlich erst 90 Grad nach links und dann 90 Grad nach rechts, damit wirklich jeder alles gut sehen kann...
An diesem Tag hat sich Franz schon wieder auf den Rückweg nach Cusco gemacht, weil er einfach zu eingeschränkt war. Während Laura und ich die peruranische Küste in Richtung Norden hochgefahren sind. Unser nächstes Ziel war Paracas, von wo aus wir zu den Islas Ballestas, mit ihrer Vielfalt an Vögeln (600 verschiedene Arten soll es dort geben) und ihren Seehunden, gefahren sind. Anschließend fuhren wir noch weiter nörtlich, auf der Suche nach einen schönen Badestrand. Den haben wir in Cerro Azul gefunden, nachdem wir erst abenteuerlich mitten auf der Panamericana vom Bus ausgesetzt wurden.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Cusco, da ich meine Eltern und meine Tante Gisela vom Flughafen abholen musste (ich hatte sie aber zufällig schon in Nazca getroffen). Mit ihnen habe ich eine schöne Zeit in Cusco und Umgebung verbracht, indem ich ihnen zeigen konnte wie ich hier lebe. Auch Quiquijana haben wir zusammen besucht, und sie schienen sehr begeistert von meiner Arbeit. Nachdem ich am 16. meinen Geburtstag mit einigen Freunden gefeiert habe, fuhr ich am 17. mit meinen Eltern nach Puno, zum Titicacasee und nach Copacabana. Am 20. kamen wir in La Paz an. Dort habe ich mich mit meiner ehemaligen Klassenkameradin getroffen, die in La Paz in einem Projekt mit Straßenkindern arbeitet.
Am 21. verabschiedete ich mich von meinen Eltern und startete nach Uyuni, um die Tour zu dem Salzsee und den Lagunen zu starten, von der ich schon erzählt hatte.
Zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke meiner Reise war ich für ein paar Tage nach Cusco zurückgekehrt. Ich wartete bis Julian aus Brasilien wieder gekommen war, damit wir gemeinsam nach Arequipa reisen konnten. In dem Colcacañon bei Arequipa haben wir eine schöne und anstrengende 2-tägige Wandertour gemacht. Dabei haben wir Condore sehen können, die Landschaft bewundert und waren in zwei Thermalbädern, sind aber auch am ersten Tag 8 Stunden gewandert und am zweiten Tag um 5 Uhr aufgestanden, um dann 950 Meter steil bergauf zu gehen. Meine Waden haben sich noch Tage danach beschwert.
Sonst haben Julian und ich uns nur ein wenig die Innenstadt Arequipas angeschaut, welche sehr schön ist, da insbesondere die Gebäude um den Plaza de Armas aus weißem Stein gebaut sind.
Zum Abschluss des Urlaubs, stand noch das Zwischenseminar auf dem Programm. Der Vorsitzende unserer Organisation, Dr. Heinz Gravenkötter, ist aus Deutschland angereist, damit wir gemeinsam über das Projekt reden können. Wir haben ihm geschildert wie es im Moment ist, und was eventuell verbesserungsfähig sei. Da auch Anne Seul, eine weitere deutsche Freiwillige, dabei waren, konnten wir zudem vereinbaren, wie man das Projekt, welches direkt in Cusco ist, mit dem aus Quiquijana verknüpft. Anne Seul arbeitet bei dem Mittagstisch in Cusco und sorgt dafür, dass die Kinder von dort zu einer Zahnärztin gehen. Nun ist die Idee, dass auch die Kinder der Albergue zu dieser Zahnärztin gebracht werden, um untersucht und gegebenfalls behandelt werden zu können.
Soweit eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Wochen. Ab morgen starte ich wieder in das Projekt. Heute Abend ist ein letztes Treffen mit Dr. Gravenkötter vorgesehen.
Also bald gibt es wieder neue Nachrichten aus Quiquijana! Ich freue mich schon sehr die Kinder wieder zu sehen, auch wenn es erstmal nur ein Teil ist, weil die meisten erst ab dem 1. März, also zum Schulbeginn, wieder dort sind.
Die liebsten Grüße nach Deutschland und un feliz día de la amistad! (einen fröhlichen Tag der Freundschaft! (Valentinstag = Tag der Verliebten und Tag der Freundschaft)
Eure Verena
Thursday, December 29, 2011
Weihnachten
eine lange Schlange als die Stadtverwaltung Geschenke etc. verteilt
nachdem haufenweise Bälle verschenkt wurde, hörte man bei uns in der Albergue nur noch das Geräusch von Bällen die hin und her und gegen die Wand gekickt wurden
selbstgemachtes Panetón und heißer Kakao wurden ausgeteilt
sooo viele Kekse haben wir gemacht und am 24. verteilt. sehr lecker! nach deutschem Rezept :)
kurz vor unserer Wichtel-Auflösung mit Panetón und heißem Kakao
ein Chaos beim Verteilen der Geschenke am Morgen des 24.12.
Am Weihnachtsabend saßen wir nach der Kirche noch mit den wenigen gebliebenden Kindern im Schwesternhaus. und was gabs zum Essen und zum Trinken? Richtig: Panetón und heißen Kakao!
mehr Geschenke!!
da haben welche aber schöne Schäle geschenkt bekommen!
Hausaufgabenbetreuung und Anitas Abschiedsfeier
Wenig zu tun bei der Hausaufgabenbetreuung (sie wurde nach draußen verlegt, weil drinnen ein Tanz geübt wurde)
Reise nach Jerusalem
Die Piñata noch mit Inhalt
und danach
Tuesday, December 27, 2011
Weihnachten
Hallo meine Lieben!
Ich hoffe, ihr hatten ein tolles Weihnachtsfest! Ich hatte auf jeden Fall ein schönes Weihnachten, auch wenn es total anders war.
In der letzten Woche spielte sich schulisch nicht mehr allzu viel ab. Aber das ist ja auch nicht anders in Deutschland. Die Secundarier hatten sogar nur Montag und Dienstag Schule, und die Primarier, die zur Schule mussten, haben kaum noch Unterricht gemacht und somit keine Hausaufgaben aufbekommen.
Auch unsere Abendkurse fielen aus, da wir die eigentlich mit den Secundariern machen, diese jedoch schon am Dienstag wieder nach Hause gefahren sind. Dafür haben wir mit einigen wenigen der Älteren, die in der Albergue geblieben sind, das Lied „Santa Claus is coming“ einstudiert, um es am Samstag vorsingen zu können. Weil die Englischeaussprache nicht ganz so leicht für die Peruaner ist, waren wiederholte Übungen in einer kleinen Gruppe sowieso viel besser als mit einer großen Truppe das Lied einstudieren zu müssen. Zum Schluss hörte sich der Gesang wirklich gut an!
Auf die Chacra sind wir auch nur die ersten drei Tage der Woche gegangen. Am Donnerstag haben Johanna und ich die Süßigkeittüten für die Kinder eingepackt, während Laura, Franz und Julian unsere Wäsche gewaschen haben, damit sie am Samstag wieder trocken zum Einpacken ist.
Am Freitagmorgen hat die Stadtverwaltung von Quiquijana sowohl Spielzeug, als auch heißen Kakao und Panetón an alle Kinder des Distrikts verteilt. („Panetón“ ist ein hier traditionell wiehnachtliches Kuchen- bzw. Brotgebäck, welches mit Rosinen und kandierten Früchten gefüllt ist.)
Bei dieser Veranstaltung haben wir auch mitgeholfen. Die Schwestern der Albergue haben zudem noch Kinderschuhe beigesteuert, und als am Anfang die Schlange noch sehr lang war (insgesamt waren ca. 500 Kinder dort) und drinnen die helfenden Hände im Überfluss waren, sind wir mit diesen Schüchen nach draußen gegangen und haben sie an die Frauen mit ihren kleinen Kindern verteilt. Es hatte sich blitzschnell rumgesprochen, dass wir die Schuhe verschenken und schnell wurde man von Leuten jeder Altersklasse umzingelt, die alle schrien „Für mein Kind“ „Für meine Schwester“ „Für meine Nichte“ „Für das Patenkind der Tante meiner Nichte“ (oder so ähnlich). Da wir ausreichend Schuhe hatten waren wir nicht geizig und jeder war glücklich mit seinen Kinderschuhen.
Später am Abend haben wir das Wichteln mit den Schwester und der Nählehrerin aufgelöst. Während den letzten beiden Wochen haben wir unserem Wichtelkind (hier: „amigo secreto“ dt.: geheimer Freund) täglich eine kleine Süßigkeit in die Box gelegt und somit auch erhalten. Da konnte man natürlich schon gut spekulieren wer wen hat, und bei der Auflösung wussten wir schon alle Verbindungen. Wer zuerst sein Geschenk bekam, wurde mit einem Spiel entschieden. Man sitzt in einem Kreis und einer beginnt ein Streichholz anzuzünden. Dazu sagt man den Spruch „Eso es el alma de mi tía Clementia, si lo olvidas pagas peciencia“ (dt: Dies ist die Seele meiner Tante Clementia, wenn du das vergisst, sollst du mit Geduld bezahlen), und reicht das Streichholz weiter. Der, bei dem das Streichholz erlöscht, muss erraten, wer seine „Wichtelmama“ ist, bzw. wenn er schon sein Geschenk hat, muss er drei Tipps abgeben, wer sein „Wichtelkind“ ist, und wenn es eraten wird, demjenigen sein Geschenk geben. Das Spiel war ziemlich lustig, besonders, weil man den Spruch ganz schnell aufsagen muss, und dabei eventuell Wörter vergessen werden, sodass man dann über die Flamme des Streichholz sagt „Eso es mi tía clementia“ (dies ist meine Tante Clementia)...
Am 24. sind fast alle Kinder wiederkommen, um mit uns Weihnachten zu feiern. Manche haben auch ihre Eltern mitgebracht, und es war wirklich interessant zu sehen, wo sie herkommen.
Ich habe sogar versucht mich mit einer Mutter zu unterhalten. Ihr erste Frage „Maimanti kanki?“ (Wo kommst du her?) habe ich noch verstanden und konnte darauf antworten. Doch als sie dann die nächste Frage stellte, war ich total überfordert. Die Inkasprache „Quechua“ ist einfach so anders! Sie hört sich an wie Chinesischen, nur dass nicht gequiekt wird, sondern aus den Tiefen des Rachens Laute kommen, bei dem jeder denken würde, man ersticke gerade.
Es kam dann aber auch schon ihr Sohn und hat für sie übersetzt. Das fand ich ziemlich cool. Sonst redet man nicht mit diesen Frauen. Die meisten kommen sehr verschlossen oder sogar abweisend gegenüber uns rüber. Aber aufgrund der Sprache ist es sowieso schwierig ein Gespräch zu führen.. Ich werde mehr Quechua lernen! Die Kinder der Albergue sind darin begeisterte Lehrer. So einiges kann ich also auch schon.
Bei dem Weihnachtsfest wurde zuerst eine Messe mit allen bei uns im Essenssaal gehalten. Danach haben wir gegessen. Es gab Hühnchen mit Kartoffeln, Reis und Salat aus Rotebeete und Blumenkohl. Das traditionelle Weihnachtsessen ist eigentlich Truthahn, doch da er recht teuer ist, isst man stattdessen oft Hühnchen.
Anschließend wurden endlich die Geschenke an die Kinder verteilt! Sie bekamen jeweils eine Tüte mit Geschenken von den Schwestern und von uns. Wir haben nämlich am Wochenende davor Großeinkauf gemacht, so dass keines der 73 Kindern leer ausgeht. Von uns gab es für jeden ein Foto von sich (Fotos sind unglaublich beliebt), Süßigkeiten und je nach Altersgruppe Schmuck, Anstecker + Schlüsselanhänger, Glitzerstifte oder Spielzeugautos. Von den Schwestern gab es viele Klamotten und auch Kleinigkeiten zum Spielen.
Die Schwestern haben auch noch großzügig second-hand Kleidung an die Eltern der Kinder verschenkt. Da wurde sich richtig draufgestürzt! Dass danach so gierig gegriffen wurde, kann man ihnen aber nicht übel nehmen, weil sie schließlich nicht aller Tage die Chance haben Klamotten umsonst zu bekommen.
Nach dieser Feier gingen alle wieder nach Hause und wir verabschiedeten uns von den Kindern, die wir erst nächstes Jahr im März wieder sehen werden.
Es sind noch ca. 15 Kinder dort geblieben, und mit ihnen haben wir die Messe um 10 Uhr abends in der Kapelle von Quiquijana besucht. Darauf sind wir in das Schwesternhaus gegangen, haben ein weiteres Mal Panetón gegessen und dazu heißen Kakao getrunken. Nachdem wir dann unser Lied „Santa Claus is coming to town“ vorgesungen haben, gab es eine zweite Beschwerung für die Kinder und auch für die Schwestern und uns Freiwilligen, die allein von den Schwestern ausging. Wir Mädchen haben einen hübschen großen Schal geschenkt bekommen.
Die Atmosphäre an dem Abend war wirklich schön. Auch wenn das Weihnachten nicht so war wie das von zu Hause, war ich glücklich, mit den Menschen, die mir hier in Peru schon so sehr ans Herz gewachsen sind, das Weihnachtsfest zu feiern.
Bis bald! Eure Verena
Ich hoffe, ihr hatten ein tolles Weihnachtsfest! Ich hatte auf jeden Fall ein schönes Weihnachten, auch wenn es total anders war.
In der letzten Woche spielte sich schulisch nicht mehr allzu viel ab. Aber das ist ja auch nicht anders in Deutschland. Die Secundarier hatten sogar nur Montag und Dienstag Schule, und die Primarier, die zur Schule mussten, haben kaum noch Unterricht gemacht und somit keine Hausaufgaben aufbekommen.
Auch unsere Abendkurse fielen aus, da wir die eigentlich mit den Secundariern machen, diese jedoch schon am Dienstag wieder nach Hause gefahren sind. Dafür haben wir mit einigen wenigen der Älteren, die in der Albergue geblieben sind, das Lied „Santa Claus is coming“ einstudiert, um es am Samstag vorsingen zu können. Weil die Englischeaussprache nicht ganz so leicht für die Peruaner ist, waren wiederholte Übungen in einer kleinen Gruppe sowieso viel besser als mit einer großen Truppe das Lied einstudieren zu müssen. Zum Schluss hörte sich der Gesang wirklich gut an!
Auf die Chacra sind wir auch nur die ersten drei Tage der Woche gegangen. Am Donnerstag haben Johanna und ich die Süßigkeittüten für die Kinder eingepackt, während Laura, Franz und Julian unsere Wäsche gewaschen haben, damit sie am Samstag wieder trocken zum Einpacken ist.
Am Freitagmorgen hat die Stadtverwaltung von Quiquijana sowohl Spielzeug, als auch heißen Kakao und Panetón an alle Kinder des Distrikts verteilt. („Panetón“ ist ein hier traditionell wiehnachtliches Kuchen- bzw. Brotgebäck, welches mit Rosinen und kandierten Früchten gefüllt ist.)
Bei dieser Veranstaltung haben wir auch mitgeholfen. Die Schwestern der Albergue haben zudem noch Kinderschuhe beigesteuert, und als am Anfang die Schlange noch sehr lang war (insgesamt waren ca. 500 Kinder dort) und drinnen die helfenden Hände im Überfluss waren, sind wir mit diesen Schüchen nach draußen gegangen und haben sie an die Frauen mit ihren kleinen Kindern verteilt. Es hatte sich blitzschnell rumgesprochen, dass wir die Schuhe verschenken und schnell wurde man von Leuten jeder Altersklasse umzingelt, die alle schrien „Für mein Kind“ „Für meine Schwester“ „Für meine Nichte“ „Für das Patenkind der Tante meiner Nichte“ (oder so ähnlich). Da wir ausreichend Schuhe hatten waren wir nicht geizig und jeder war glücklich mit seinen Kinderschuhen.
Später am Abend haben wir das Wichteln mit den Schwester und der Nählehrerin aufgelöst. Während den letzten beiden Wochen haben wir unserem Wichtelkind (hier: „amigo secreto“ dt.: geheimer Freund) täglich eine kleine Süßigkeit in die Box gelegt und somit auch erhalten. Da konnte man natürlich schon gut spekulieren wer wen hat, und bei der Auflösung wussten wir schon alle Verbindungen. Wer zuerst sein Geschenk bekam, wurde mit einem Spiel entschieden. Man sitzt in einem Kreis und einer beginnt ein Streichholz anzuzünden. Dazu sagt man den Spruch „Eso es el alma de mi tía Clementia, si lo olvidas pagas peciencia“ (dt: Dies ist die Seele meiner Tante Clementia, wenn du das vergisst, sollst du mit Geduld bezahlen), und reicht das Streichholz weiter. Der, bei dem das Streichholz erlöscht, muss erraten, wer seine „Wichtelmama“ ist, bzw. wenn er schon sein Geschenk hat, muss er drei Tipps abgeben, wer sein „Wichtelkind“ ist, und wenn es eraten wird, demjenigen sein Geschenk geben. Das Spiel war ziemlich lustig, besonders, weil man den Spruch ganz schnell aufsagen muss, und dabei eventuell Wörter vergessen werden, sodass man dann über die Flamme des Streichholz sagt „Eso es mi tía clementia“ (dies ist meine Tante Clementia)...
Am 24. sind fast alle Kinder wiederkommen, um mit uns Weihnachten zu feiern. Manche haben auch ihre Eltern mitgebracht, und es war wirklich interessant zu sehen, wo sie herkommen.
Ich habe sogar versucht mich mit einer Mutter zu unterhalten. Ihr erste Frage „Maimanti kanki?“ (Wo kommst du her?) habe ich noch verstanden und konnte darauf antworten. Doch als sie dann die nächste Frage stellte, war ich total überfordert. Die Inkasprache „Quechua“ ist einfach so anders! Sie hört sich an wie Chinesischen, nur dass nicht gequiekt wird, sondern aus den Tiefen des Rachens Laute kommen, bei dem jeder denken würde, man ersticke gerade.
Es kam dann aber auch schon ihr Sohn und hat für sie übersetzt. Das fand ich ziemlich cool. Sonst redet man nicht mit diesen Frauen. Die meisten kommen sehr verschlossen oder sogar abweisend gegenüber uns rüber. Aber aufgrund der Sprache ist es sowieso schwierig ein Gespräch zu führen.. Ich werde mehr Quechua lernen! Die Kinder der Albergue sind darin begeisterte Lehrer. So einiges kann ich also auch schon.
Bei dem Weihnachtsfest wurde zuerst eine Messe mit allen bei uns im Essenssaal gehalten. Danach haben wir gegessen. Es gab Hühnchen mit Kartoffeln, Reis und Salat aus Rotebeete und Blumenkohl. Das traditionelle Weihnachtsessen ist eigentlich Truthahn, doch da er recht teuer ist, isst man stattdessen oft Hühnchen.
Anschließend wurden endlich die Geschenke an die Kinder verteilt! Sie bekamen jeweils eine Tüte mit Geschenken von den Schwestern und von uns. Wir haben nämlich am Wochenende davor Großeinkauf gemacht, so dass keines der 73 Kindern leer ausgeht. Von uns gab es für jeden ein Foto von sich (Fotos sind unglaublich beliebt), Süßigkeiten und je nach Altersgruppe Schmuck, Anstecker + Schlüsselanhänger, Glitzerstifte oder Spielzeugautos. Von den Schwestern gab es viele Klamotten und auch Kleinigkeiten zum Spielen.
Die Schwestern haben auch noch großzügig second-hand Kleidung an die Eltern der Kinder verschenkt. Da wurde sich richtig draufgestürzt! Dass danach so gierig gegriffen wurde, kann man ihnen aber nicht übel nehmen, weil sie schließlich nicht aller Tage die Chance haben Klamotten umsonst zu bekommen.
Nach dieser Feier gingen alle wieder nach Hause und wir verabschiedeten uns von den Kindern, die wir erst nächstes Jahr im März wieder sehen werden.
Es sind noch ca. 15 Kinder dort geblieben, und mit ihnen haben wir die Messe um 10 Uhr abends in der Kapelle von Quiquijana besucht. Darauf sind wir in das Schwesternhaus gegangen, haben ein weiteres Mal Panetón gegessen und dazu heißen Kakao getrunken. Nachdem wir dann unser Lied „Santa Claus is coming to town“ vorgesungen haben, gab es eine zweite Beschwerung für die Kinder und auch für die Schwestern und uns Freiwilligen, die allein von den Schwestern ausging. Wir Mädchen haben einen hübschen großen Schal geschenkt bekommen.
Die Atmosphäre an dem Abend war wirklich schön. Auch wenn das Weihnachten nicht so war wie das von zu Hause, war ich glücklich, mit den Menschen, die mir hier in Peru schon so sehr ans Herz gewachsen sind, das Weihnachtsfest zu feiern.
Bis bald! Eure Verena
Friday, December 16, 2011
Adventszeit
An diesem Wochenende stecken wir schon die vierte Kerze unseres Adventskranzes an. Die Weihnachtsstimmung kommt aber irgendwie nicht so wirklich auf. Dazu passt das Wetter einfach nicht: entweder man kriegt einen Sonnenbrand oder man ist klitsch nass vom Regen. Die Peruaner versuchen aber so weit sie können dafür zu sorgen, dass man merkt, dass Weihnachten vor der Tür steht. Bei unserer Gastfamilie ist die ganze Wohnung vollgestopft mit Weihnachtssachen. Das Wohnzimmer finde ich recht schön geschmückt, denn wenn es draußen schon dunkel ist, sieht es total schön aus, wenn die Lichterketten des Weihnachtsbaumes (hier gibt es aber nur Weihnachtsbäume aus Plastik) den Raum erhellen. Dann schalten wir Weihnachtsmusik an, setzen uns mit unserem Tee und dem Laptop auf dem Schoß auf die Sofas und schon wirkt es total gemütlich. Als ich jedoch zum ersten Mal die Tür zum Badezimmer aufmachte und sah wie auch dort alles geschmückt war und sogar der Klodeckel und der Spülkasten eine weihnachtliche Verkleidung haben, fand ich den Weihnachtswahn unserer Gastmutter doch ein wenig übertrieben.
So viel Weihnachtsschmuck können sich jedoch nur die wenigstens leisten. Bei uns in Quiquijana ist es eher verhalten geschmückt: ein wenig bei unserem Bereich oben in der Albergue und in der Küche der Schwestern, sowie im Schwesternhaus. Jeden Morgen läuft außerdem Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern. Manche Lieder, die hier auf Spanisch abgespielt werden, kennen wir sogar aus dem Deutschen oder Englischen.
Letzte Woche, am 8.12., war wieder das Fest einer Virgen (keine Ahnung, welche Jungfrau an diesem Tag gefeiert wurde, es gibt zu viele von ihnen und somit auch viele Feste). An diesem Tag sind wir nach Colca gefahren, welches ein kleiner Ort ist, der nur ca. 5-10 Minuten mit dem Auto von Quiquijana entfernt ist. Dort haben wir mit den Kindern einer Grundschule deren erste Eucharisti gefeiert. Anschließend wurden traditionelle Tänze von den Kindern aufgeführt. Auch auf dem Plaza de Armas in Quiquijana konnten wir zuschauen, wie zu Ehrer der Virgen peruanische Tänze aufgeführt wurden und die Leute anschließend eine Prozession durch die Stadt machten, die Virgen vornehinweggetragen.
In dieser Woche hat man unter den Kinder schon sehr gemerkt, dass das Schuljahr dem Ende zugeht. Bei ihnen endet das Schuljahr jetzt, weil hier ja jetzt die Regenzeit anfängt, so wie man auch bei uns im Sommer eine längere Pause hat. Der letzte Schultag ist am 23.12. und das neue Schuljahr beginnt erst wieder im März. In dieser Zeit werde ich meine 33 Urlaubstage nehmen. Am 24.12. feiern wir mit allen Kindern der Albergue und deren Eltern Weihnachten, und am 25.12. starten wir in unsere Ferien, welche bis Mitte Februar gehen. Ich werde in der Zeit viel reisen, sowohl mit den anderen Freiwilligen als auch mit meinen Eltern und meiner Tante. Ich freue mich schon, aus dem Alltagstrott herauszukommen, egal wie viel Spaß mir die Arbeit auch macht.
Die Kinder haben nun also ihre letzten Examen geschrieben und machen in der Schule kaum noch Unterricht. Deswegen gibt es (fast) keine Hausaufgaben, die wir mit ihnen erledigen können.
An dem Mittwoch war es sehr praktisch, dass man keine Hausaufgaben machen musste, denn an diesem Tag wurde die 7-jährige Anita mit einem großen Fest verabschiedet. Am Montag reiste ihre „neue“ Mutter, Cecilia, aus Lima an. Cecilia schien eine sehr freundliche und gebildet Frau zu sein, und sie hat Anita nun adoptiert. Anita hat stetig in der Albergue gelebt, weil sie kein Zuhause mehr hatte. Es ist wirklich schön für sie nun wieder eine richtige Familie zu haben, auch wenn sie natürlich traurig war, all ihre Freunde zurückzulassen. In Lima hat sie die Möglichkeit auf eine gute Bildung und sie kann wirklich etwas aus ihrem Leben machen. Denn wo würde sie wohnen können, wenn sie mit 18 Jahren die Albergue verlassen muss?
Am Dienstag sind Anita, Cecilia und Sör Nelly nach Cusco gefahren. Dort hat Cecilia Anita neu eingekleidet, und ihr wie auch den engsten Freundinnen von Anita kleine Geschenke gekauft. Außerdem haben sie massenhaft Süßigkeiten, Getränke und drei große Torten für das Fest an dem Mittwoch mitgebracht. Bei diesem Fest fehlte es dann wirklich an nichts. Alle hatten sehr viel Spaß beim Tanzen und beim Spielen. Hier kennt man auch „Reise nach Jerusalem“.
Das Highlight war, als die Kleinsten an der „Piñata“ rütteln durften. Das ist eine große Box aus Pappe, die mit kleinen Geschenke gefüllt ist. Die Spielchen sind aus der Piñata gefallen und auch die Schwestern haben zusätzlich Sachen aus Tüten in die Luft geworfen. Alle Kinder stürzten sich auf die Geschenke, es war ein reinstes Schlammketschen ohne Schlamm! Es war ein fröhlicher Abschied von Anita, und ich bin mir sicher, dass sie es in Lima gut haben wird!
Da ich vor Weihnachten nicht mehr die Gelegenheit haben werde hier reinzuschreiben, wünsche ich euch jetzt schon allen ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest!
Ich vermisse es, nicht meine ganze Familie an Weihnachten sehen zu können!
Alles Liebe,
Verena
So viel Weihnachtsschmuck können sich jedoch nur die wenigstens leisten. Bei uns in Quiquijana ist es eher verhalten geschmückt: ein wenig bei unserem Bereich oben in der Albergue und in der Küche der Schwestern, sowie im Schwesternhaus. Jeden Morgen läuft außerdem Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern. Manche Lieder, die hier auf Spanisch abgespielt werden, kennen wir sogar aus dem Deutschen oder Englischen.
Letzte Woche, am 8.12., war wieder das Fest einer Virgen (keine Ahnung, welche Jungfrau an diesem Tag gefeiert wurde, es gibt zu viele von ihnen und somit auch viele Feste). An diesem Tag sind wir nach Colca gefahren, welches ein kleiner Ort ist, der nur ca. 5-10 Minuten mit dem Auto von Quiquijana entfernt ist. Dort haben wir mit den Kindern einer Grundschule deren erste Eucharisti gefeiert. Anschließend wurden traditionelle Tänze von den Kindern aufgeführt. Auch auf dem Plaza de Armas in Quiquijana konnten wir zuschauen, wie zu Ehrer der Virgen peruanische Tänze aufgeführt wurden und die Leute anschließend eine Prozession durch die Stadt machten, die Virgen vornehinweggetragen.
In dieser Woche hat man unter den Kinder schon sehr gemerkt, dass das Schuljahr dem Ende zugeht. Bei ihnen endet das Schuljahr jetzt, weil hier ja jetzt die Regenzeit anfängt, so wie man auch bei uns im Sommer eine längere Pause hat. Der letzte Schultag ist am 23.12. und das neue Schuljahr beginnt erst wieder im März. In dieser Zeit werde ich meine 33 Urlaubstage nehmen. Am 24.12. feiern wir mit allen Kindern der Albergue und deren Eltern Weihnachten, und am 25.12. starten wir in unsere Ferien, welche bis Mitte Februar gehen. Ich werde in der Zeit viel reisen, sowohl mit den anderen Freiwilligen als auch mit meinen Eltern und meiner Tante. Ich freue mich schon, aus dem Alltagstrott herauszukommen, egal wie viel Spaß mir die Arbeit auch macht.
Die Kinder haben nun also ihre letzten Examen geschrieben und machen in der Schule kaum noch Unterricht. Deswegen gibt es (fast) keine Hausaufgaben, die wir mit ihnen erledigen können.
An dem Mittwoch war es sehr praktisch, dass man keine Hausaufgaben machen musste, denn an diesem Tag wurde die 7-jährige Anita mit einem großen Fest verabschiedet. Am Montag reiste ihre „neue“ Mutter, Cecilia, aus Lima an. Cecilia schien eine sehr freundliche und gebildet Frau zu sein, und sie hat Anita nun adoptiert. Anita hat stetig in der Albergue gelebt, weil sie kein Zuhause mehr hatte. Es ist wirklich schön für sie nun wieder eine richtige Familie zu haben, auch wenn sie natürlich traurig war, all ihre Freunde zurückzulassen. In Lima hat sie die Möglichkeit auf eine gute Bildung und sie kann wirklich etwas aus ihrem Leben machen. Denn wo würde sie wohnen können, wenn sie mit 18 Jahren die Albergue verlassen muss?
Am Dienstag sind Anita, Cecilia und Sör Nelly nach Cusco gefahren. Dort hat Cecilia Anita neu eingekleidet, und ihr wie auch den engsten Freundinnen von Anita kleine Geschenke gekauft. Außerdem haben sie massenhaft Süßigkeiten, Getränke und drei große Torten für das Fest an dem Mittwoch mitgebracht. Bei diesem Fest fehlte es dann wirklich an nichts. Alle hatten sehr viel Spaß beim Tanzen und beim Spielen. Hier kennt man auch „Reise nach Jerusalem“.
Das Highlight war, als die Kleinsten an der „Piñata“ rütteln durften. Das ist eine große Box aus Pappe, die mit kleinen Geschenke gefüllt ist. Die Spielchen sind aus der Piñata gefallen und auch die Schwestern haben zusätzlich Sachen aus Tüten in die Luft geworfen. Alle Kinder stürzten sich auf die Geschenke, es war ein reinstes Schlammketschen ohne Schlamm! Es war ein fröhlicher Abschied von Anita, und ich bin mir sicher, dass sie es in Lima gut haben wird!
Da ich vor Weihnachten nicht mehr die Gelegenheit haben werde hier reinzuschreiben, wünsche ich euch jetzt schon allen ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest!
Ich vermisse es, nicht meine ganze Familie an Weihnachten sehen zu können!
Alles Liebe,
Verena
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