Saturday, September 3, 2011

Der Markt

 Der neue Platz - ein wenig überfüllt






 verschiedene Spiele wurden angeboten wie es sie auch ähnlich bei uns gibt
Auch die Größte in Quiquijana muss das Trampolin testen

An der Parade am Montag haben sich verschiedene Gewerkschaften aus Quiquijana vorgestellt


 Hier sieht man das Meerschweinchen bevor es gegessen wird


Yanaccocha


Diese Woche stand das Fest im Vordergrund, welches den 186. Geburtstag des Distrikts Quiquijana feierte. Die ganze Woche über war ein Markt auf dem Plaza de Armas aufgebaut mit Ständen von Bewohnern aus dem gesamten Distrikt. Der Plaza de Armas wurde außerdem zum feierlichen Anlass endlich „enthüllt“. Denn zuvor wurde das Herz des Platzes von einer hässlichen Plane umgeben, doch nun kann man einen neu gepflasterten Platz mit Brunnen und prächtigen Blumen bewundern.
Dienstag war dann der entscheidende Tag (er wurde schon mit einem krachenden Feuerwerk um 0:00 Uhr begrüßt…). Um ca. halb 10 (halb 9 stand im Programm) fand zunächst eine Messe statt, anschließend sind die oberen Politiker des Distrikts mit einem Orchester über den Platz marschiert und die Polizei hat dafür gesorgt, dass wirklich jeder dazu aufsteht. Dann haben einige Leute mit einer Rede das Fest eingeleitet und es wurde sowohl die Nationalhymne als auch die Hymne von Cusco gesungen. Es folgte der für uns interessanteste Teil, nämlich die Kinder aus unserer Albergue bei dem Umzug zu sehen. Angefangen bei den Kindergartenkindern bis hin zu den Großen des Colegios marschierten sie auf dem Plaza de Armas. Sie hatten meistens ihre Schuluniform an und sind im Gleichschritt mit ernster Miene zu Militärmusik an den Zuschauern vorbeimarschiert – ein merkwürdiger Aufzug für Kinder. Ich musste daran denken, dass zum Einüben dieser Parade wertvolle Unterrichtszeit verloren gegangen ist und ich habe mich erwischt, wie ich mir die Lehrer, die auch mit marschiert sind, ein wenig genauer angeschaut habe. Denn wenn man sieht, dass die Hausaufgaben der Kinder aus Abschreiben und Abzeichnen bestehen, fragt man sich, welche Person hinter solchen primitiven und scheinbar lustlos gestellten Aufgaben steckt.
Nach dem Mittagessen haben wir gespannt die Verlosung verfolgt. Wir alle hatten von den Kindern der Albergue einige Lose gekauft und hofften auf die Gewinne. Besonders der erste Preis, ein junger Bulle (wir wollten Hermann die beste deutsche Erziehung gewähren), und der dritte Preis, ein Sack voll Reis, waren sehr ansprechend. Jedoch wurde Hermann leider ein anderes Zuhause zugewiesen und auch für die Reisversorgung müssen wir weiterhin selbst sorgen (aber ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen, denn bis jetzt gab es fast jeden Tag Reis).
An dem Tag darauf war schulfrei, was hieß, dass es wieder keine Hausaufgaben für die Kinder gab. Sie haben sich in der dafür vorgesehenen Zeit jedoch entweder damit beschäftigt, ihr Zuhause zu malen (eine Aufgabe für die Kleineren, welche für uns Freiwilligen interessant war, um zu sehen wo sie herkommen) oder die Rätsel aus der Zeitung zu lösen. Anschließend durften die Kinder einen Film schauen.
Donnerstag und Freitag liefen wieder wie gewohnt ab und ab nächste Woche wird  uns der Alltag wieder haben.

Diesen Freitag habe ich meinen Tandempartner Ernesto kennengelernt. Dieses Tandemprogramm wird von der Sprachschule angeboten, die ich eigentlich in den ersten vier Wochen besuchen wollte. Ernesto lernt dort Deutsch und da ich Spanisch lerne, können wir uns gegenseitig mit der Sprache helfen. Er ist 21 und Reiseleiter hier in Cusco. Er wirkt sehr nett und ich freue mich schon durch ihn Peru besser kennenzulernen.

Bis demnächst! Eure Verena

Saturday, August 27, 2011

Bei uns wird hauptsächlich mit der Hand gewaschen - mit Blick über's Dorf
Samstagvormittags wird nun immer Volleyball gespielt
Die Kinder helfen das Feld aufzulockern
 Das Schulorchester übt für die Parade am Dienstag
 Mit meinen drei Schützlingen auf dem Weg zum Kindergarten 
(Ruby, in der Mitte, hat ihre Frisur für das Üben des traditionellen Tanzes zurechtgemacht)


Ein Vorgeschmack auf das Fest

 Plaza de Armas in Cusco





Friday, August 26, 2011

Weiteres aus Quiquijana


Obwohl diese Woche im Prinzip erst die zweite mit unseren richtigen Aufgaben war, fühlt es sich schon fast wie Alltag an. Wir gehen unseren Aufgaben nach wie ich sie euch letzte Woche beschrieben habe. Im Detail gibt es jedoch natürlich immer Besonderheiten. Zum Beispiel dachte ich, ich hätte meine Erwartungen beim Englischunterricht schon weit genug zurückgeschraubt, aber ich musste leider merken, dass dem nicht so war. Ich hatte am Morgen vor unserem Englischkurs alle uns zur Verfügung stehenden Bücher durchgeschaut und mir überlegt, was und in welcher Reihenfolge man den Kindern am einfachsten nahelegen kann. Als wir dann jedoch mit unserer ersten Übung anfingen, unzwar zur Wiederholung „What’s your name?“ incl. Antwort vorzulesen, kam die Frage auf, ob dies „Woher kommst du?“ heiße. Auch die Betonung war ungenügend, wenn sie dann überhaupt ein Wort herausgebracht haben. Diese Kinder sind bis zu 18 Jahre alt und haben Englischunterricht in der Schule. Ich war ziemlich schockiert, dass diese schon sehr niedrigen Erwartungen, die ich hatte, nicht einmal erfüllt werden können. Ich hoffe, dass sie wenigstens die kleinen Dinge, die wir ihnen nun versuchen beibringen behalten können.
Für die Kinder war der Schulalltag diese Woche ziemlich anders, weil ab dem Wochenende „Yanaccocha“, das Fest von Quiquijana, stattfindet. Alle Schulen und Kindergärten bereiten etwas für das Fest vor und werden an der Parade am Dienstag teilnehmen. Ich habe dem Schulorchester bei ihren Proben auf den Spielplatz zugeschaut und auch Ruby, einer der kleinsten, wie sie im Kindergarten einen Tanz eingeübt hat. Wirklich zuckersüß! Am Freitag haben dann auch schon ein paar Tanzgruppen etwas vorgeführt. Sie tanzten traditionelle peruanische Tänze in Trachten, die kleine Schauspiele sind, z.B. wurde zu Beginn des einen bildhaft dargestellt, dass dieser Tanz der Paccha Mama (Mutter Erde) gewidmet wird.
An einem anderen Tag mussten die Kinder ab der 5. Klasse außerdem auf der Chacra arbeiten. Es wurden viele Hände gebraucht, um das Maisfeld anbaufähig herzurichten.

Ich möchte außerdem noch erwähnen, wie ich mich von den Bewohnern von Quiquijana aufgenommen fühle. Ich falle natürlich auf, durch meine weiße Haut, Größe und blonden Haare. Somit habe ich auch schon öfter gehört wie ich „Gringa“, die allgemeine Bezeichnung für ein weißes Mädchen, genannt wurde. Ich sehe dies nicht als Schimpfwort, wie es auch von manchen verstanden wird, sondern denke, dass dies nun mal das Wort ist, bei dem jeder Peruaner urteilslos das Bild einer weißen Frau vor Augen hat.
Ich merke jedoch auch sehr die veränderten Blicke, wenn ich nicht alleine, sondern mit den Kindern die Straße entlang gehe. Denn dann lächeln mich viele an und grüßen mich freundlich, besonders die Frauen. Zum Beispiel warte ich gemeinsam mit manchen der Einwohnerinnen vor dem Kindergarten, bis die Kindern fertig sind mit dem Mittagsessen, oder man sieht sich auch schon morgens beim Hinbringen der Kindern. Somit hat man schon eine grundlegende Gemeinsamkeit und ich bin plötzlich doch nicht mehr so anders.
Mir gefällt es zudem, dass ich nicht nur wegen dem Kindergarten, sondern auch aufgrund meines Bettes im Schwesterhaus, öfter durch das Dorf gehe, weil sich dadurch die Leute an mich gewöhnen und ich außerdem das Leben auf der Straße zu jeder Uhrzeit mitkriegen kann.

Das war es soweit erst einmal wieder von mir. Nächste Woche werde ich sicherlich von dem Fest berichten und Fotos davon hochladen. Also bis dann!
Eure Verena

Saturday, August 20, 2011

Eine belebte Albergue


Diese Woche war es nun soweit. Die Albergue wurde von den 80 Kindern zurückerobert und die leitenden Schwester, Nelly und Nancy, hatten wieder zusammen mit Schwester Cecilia die Kontrolle bei sich. Sonntagabend haben wir fünf Freiwilligen uns mit Ihnen zusammengetroffen und den groben Tagesablauf besprochen, die Genauigkeiten sah man dann als es so weit war.
Grober Tagesablauf:
07:30 Uhr – Frühstück
08:30 Uhr – Arbeit auf der Chacra bzw. in der Albergue
12:30 Uhr – Mittagessen, anschließend organisatorische Sachen erledigen z.B. Lernzettel für die Kinder erarbeiten, oder aber kurz ausruhen
15:30 Uhr – Hausaufgabenbetreuung
17:00 Uhr – weiteres organisieren oder sich spielerisch mit den Kindern beschäftigen; Donnerstags:           Messe
18:45 Uhr – Abendessen
19:30 Uhr – Englisch- bzw. Computerkurse

Im Moment ist es so, dass Johanna, Julian, Laura und Franz vormittags in der Chacra arbeiten, während ich den Schwestern in der Albergue helfe, weil ich ja noch nicht zu anstrengende Arbeiten machen darf. Die vier erzählen mir dann z.B., wie sie sich im Schlamm „ausgetobt“ haben, weil sie Furchen fürs Bewässern des Maisackers ausheben mussten. Das Feld wird nämlich gerade wieder bebauungsfähig hergerichtet. Ich freue mich schon darauf zu sehen, wie die Pflanzen mit unserer Hilfe wachsen werden.
Während die anderen also in der Sonne schwitzten, backe ich z.B. Brot mit Schwester Cecilia und den Kindern, die gerade zufällig nicht in die Schule müssen, ich habe die Computer für den Computerkurs entstaubt und benutzbar hergerichtet, das Mittagessen mit den Schwestern zubereitet und die große Medikamentensammlung der vorigen Freiwilligen ins Spanische übersetzt, so dass sie auch für die Schwestern und die Kinder nutzbar sind. Außerdem bringe ich nun jeden Tag die drei Kleinsten zum Kindergarten und hole sie auch wieder ab.
Bei der Hausaufgabenbetreuung am Montag wurden wir dann zum ersten Mal mit den neuen Kindern konfrontiert und mussten uns als Autoritätsperson behaupten. Die ersten beiden Tage waren echt anstrengend, da die Kinder natürlich ausgetestet haben, was sie sich bei uns leisten können. Doch nachdem sie das ziemlich schnell rausgefunden haben, kann man nun besser mit ihnen „kommunizieren“ (bzw. ihnen sagen, dass sie Hausaufgaben machen sollen und nicht Kreuzworträtsel mit ihrem Nachbarn spielen!). Während wir dann die Namen und die Sprache lernen, wird es sicherlich immer besser gehen.
Bei der Hausaugabenbetreuung sind 13 Kinder der 5. Klasse in meiner Obhut. Sie gehen auf zwei unterschiedliche Schulen, die auch in ihrem Niveau verschieden sind. Die einen Kinder müssen z.B. nur jeden Tag etwas aus dem Buch abschreiben - d.h. sie haben ihr Buch bald zweimal. Leider kann man ihnen als Alternative nichts Sinnvolleres geben, da ihre Hausaufgaben ansonsten als nicht erledigt und mit einem Minuspunkt für die Note verzeichnet werden.
Die Kinder sind sehr unterschiedlich in ihrem Zurechtkommen mit den Hausaufgaben. Der eine ist sehr fleißig und selbstständig, und versucht schnell und ordentlich seine Hausaufgaben zu beenden. Ein anderer möchte seine Hausaufgaben auch gerne schaffen, braucht aber sehr viel Hilfe dabei. Dann gibt es noch Mädchen, die lieber mit ihrer Freundin rumalbern als Hausaufgaben zu machen, oder auch Jungs die versuchen gegenüber den anderen „cool“ zu sein. Diese Kinder muss man dann oft ermahnen mit ihren Aufgaben weiterzumachen. Jedoch hängt die Konzentration auch viel von den zu erledigenden Aufgaben ab. An Mathematik zum Beispiel sind die meisten interessiert und konzentrieren sich. Wenn es aber ums Malen oder Abschreiben geht, lassen sie sich leicht ablenken. Ich finde das zeigt, dass sie gerne etwas lernen möchten, und dabei werden wir ihnen auch helfen. Ich möchte ab nächste Woche gerne immer Lernzettel für die Kinder dabei haben, die schon fertig sind, weil sie dann die anderen nicht von ihren Hausaufgaben ablenken und selbst etwas lernen.
Außerhalb der Verpflichtungen haben wir auch etwas mit den Kindern unternommen. Mit den Größeren haben wir Volleyball gespielt und mit den kleinen waren Julian und ich auf dem Spielplatz. Dort waren wir mit insgesamt 47 Kindern, die eine Hälfte Jungs, die andere Mädchen. Es war doch ziemlich anstrengend, alle wieder zusammenzutrommeln, als es dunkel wurde.  Es war aber sehr gut sich mal außerhalb der schulischen Dinge mit ihnen zu beschäftigen, damit wir uns besser kennenlernen und, um zu zeigen, dass unsere Autorität über den Satz „Mach deine Hausaufgaben!“ hinausgeht.
Nach dem Abendessen ist dann noch der Extraunterricht in Englisch und Computer für die Größeren. Es gibt Gruppe A und B, die parallel jeweils das andere Fach haben. Franz und ich unterrichten zusammen die Gruppe A. In beiden Kursen merkt man, dass die Kinder alle von einem sehr unterschiedlichen Stand sind. Manchen fällt das Lernen einer Sprache leichter, und andere haben schon mehr an Computern gearbeitet. Wir versuchen alle Kinder gleichzeitig einzubinden und sind z.B. in Englisch wieder mit den Grundlagen angefangen, d.h. mit „What’s your name?“, Wochentage, Monate, Farben usw. Manche können diese Sachen zwar schon, doch die Rechtschreibung ist bei allen noch ein Problem.
Wenn die Kurse um ca. halb 9 enden, sind wir alle ziemlich müde vom Tag und fallen ins Bett. Gestern sind wir gegen 7, halb 8 in Cusco angekommen und haben uns nur einen ruhigen Abend gemacht. Heute treffen wir uns um 11 Uhr zum Volleyball spielen, wollen danach noch einkaufen und abends lern ich noch mehr von dem Nachleben hier kennen.
Bis nächstes Wochenende! <3

Saturday, August 13, 2011

Cusco

Dieses Wochenende war das erste, welches ich in Cusco verbracht habe. Freitag gegen 2 Uhr sind wir erst mit dem Taxi nach Urcos und dann weiter mit dem Bus nach Cusco gefahren. So eine einstündige Fahrt kostet einem insgesamt lächerliche 4,5 Soles, also ein wenig mehr als ein Euro.
Am selben Tag haben wir im Supermarkt einige Besorgungen gemacht, um das zu kaufen, was wir in Quiquijana vermissen. Auch am Samstag haben wir weitere solche Einkäufe erledigt. Ansonsten habe ich mir schon ein wenig die Stadt angeschaut, wir waren tagsüber gemütlich essen und in der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich auch das Nachtleben hier kennengelernt. Heute Abend werden wir den Abend ruhig angehen und DVDs schauen, weil ich ziemlich erkältet bin, und wir so auch besser erholt sind, um am Montag unsere Arbeit mit den 80 Kindern in der Albergue aufzunehmen. Ich habe von Cusco noch keine Bilder gemacht, da es hier geregnet hat (in der Trockenzeit?!) und ich somit auf bessere Fotos am kommenden Wochenende hoffe.
Morgen um 2 Uhr starten wir wieder zurück nach Quiquijana, um dann mit den Schwestern den Plan für die kommende Woche auszuarbeiten.
Bis nächstes Wochenende also! Ganz liebe Grüße aus Cusco!