Friday, September 23, 2011

El Día de los Estudiantes


Diese Woche gibt es also doch einen Eintrag. Das Wandern und Campen wurde aufgrund des regnerischen Wetters und leichten Erkrankungen abgesagt. Vielleicht haben wir noch ein anderes Mal die Gelegenheit so eine Tour zu machen. Als kulturelle Alternative werden wir uns dieses Wochenende Kirchen und Museen in Cusco anschauen.

Das Wetter war diese Woche wirklich sehr unschön. Es hat viel geregnet und war sehr windig. Wir saßen somit auch mal wieder im Dunkeln, denn fast immer, wenn es regnet, gibt es Stromausfall. In der Regenzeit wird man wohl immer und überall Kerzen und Taschenlampe dabei haben müssen. Dass wir Deutschen das nicht gewohnt sind, hat sich beim Decken des Tisches fürs Abendessen gezeigt. Denn, obwohl wir bei dem spärlichen Licht einer Kerze kaum etwas sehen konnten, macht sich Johanna auf den Weg, um den Wasserkocher zu füllen. Wieso sollte denn bitte der elektrische Wasserkocher nicht funktionieren? Und Computerunterricht gibt’s sicherlich auch trotzdem, oder?!
Besonders für die Secundarier ist es jedoch wirklich ein Problem, wenn es kein Licht gibt. Denn wie ich mal erwähnt hatte, sitzen sie noch bis spät abends an ihren Hausaufgaben, und ohne Licht sind diese nicht zu bewältigen.

Die Woche in Quiquijana verging mal wieder wie im Flug. Wir hatten viel zu tun, weil alles für das Fest am Donnerstag, „El Día de los Estudiantes“ („Der Tag der Schüler“), vorbereitet werden musste. Es gab jeweils vier Mädchen- und vier Jungengruppen. Diese haben fleißig zusammengearbeitet und Mode entworfen. Am Donnerstag wurde das Ganze dann bei einer Modenschau vorgeführt. Es gab drei Kategorien: 1. Stylische Mode, 2. Traditonelle peruanische Mode, 3. Recycelte Designerstücke. Auch Laura, Johanna, Franz, Julian und ich wollten dabei sein und haben für Johanna ein wunderschönes Minikleid aus Plastiktüten und Flaschendeckeln gebastelt, incl. transparenten Ärmeln und einzigartigen Handschuhen. Trotzdem haben die recycelten Verkleidungen der Kinder uns um Längen geschlagen. Man konnte einen Schmetterling, eine Ente, eine Marilyn Monroe und viele andere tolle Ideen auf dem Laufsteg sehen – und alles ausschließlich mit Müll hergestellt! Sie waren wirklich sehr kreativ und sehr begabt im Basteln und Nähen. 
Zwischen den Kategorien haben außerdem Gruppen performt, wofür auch wir das Lied „Eine Hand voll Erde“ eingeübt haben. Julian hatte das Lied auf Gitarre geübt und wir, alle fünf, wollten dazu singen. Leider kam es aber etwas anders. Julian fühlte sich schon seit Dienstagabend schlecht und ist Donnerstagmorgen nach Cusco zum Arzt gefahren. Also hatten wir keinen Gitarristen mehr. Außerdem konnte auch Laura schließlich nicht mitsingen, weil sie ziemlich erkältet war. Somit mussten Johanna, Franz und ich schließlich Acapella singen. Den Kindern hat es trotzdem sehr gefallen und somit war es letztendlich halb so schlimm.
Zum Schluss des Modewettbewerbs gab es natürlich eine Preiskrönung, für Jungen- und Mädchenmodel gab es eine Krone und für die gesamte Gruppe ein Geschenk. Den ersten Preis haben die Mädchengruppe „Serenitas“ und die Jungengruppe „Escorpiónes“ gewonnen. Auch die Nicht-Gewinner haben anschließend Süßigkeiten bekommen. Ich muss sagen, es hat sehr viel Spaß gemacht den Kindern beim Modeln zuzusehen (sehr süß!) oder wie die Gruppe ihr Model angefeuert hat, hierzu wurden Papierschnipsel geworfen und laut gejubelt. Zwischendurch wurde außerdem Popcorn an die 80 Kinder verteilt. Die Massenproduktion, die es zuvor in der Küche gab, war schon recht beeindruckend.

Viel Popcorn gab es auch schon im Kindergarten. Dort wurden die Kinder mit unglaublich vielen Süßigkeiten eingedeckt und es gab total schöne große Torten. Als ich die Kindergartenkinder an diesem Tag vom Kindergarten (bzw. sie waren in dem Municipal (Rathaus) in der Nähe, weil dort ein großer Saal ist) abgeholt habe, habe ich noch einen Teil der Fiesta dort mitgekriegt. Die Kleinen haben sich alle total schick gemacht, die Mädchen hatten schöne Kleider an (unsere drei waren ganz in Weiß) und manche Jungs haben sogar Schlips und Hosenträger getragen. Sie haben zu der typisch peruanischen Musik getanzt und ich saß in dem Stuhlkreis mit den anderen Müttern, die gewartet haben, bis die Fiesta offiziell beendet wurde.

Bei dem Fest in der Albergue waren zusätzlich zur Modenschau eigentlich noch Spiele geplant. Franz und ich hatten in der Woche schon 14 Spiele gesammelt, die wir sehr gerne mal mit den Kindern spielen wollen, doch die anderen Freiwilligen haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir es auf keinen Fall schaffen alle Spiele zu spielen und somit haben wir es auf 4 Spiele gekürzt. Am Donnerstag habe ich dann die Schwestern nach den Utensilien gefragt, die wir dazu benötigen würden, und habe geschildert, welche Spiele wir uns ausgedacht haben. Diese Spiele fand die Schwester aber leider nicht ganz so passend und meinte, wir können sie besser ein anderes Mal spielen. Ein typischer Fall von dem peruanischen „mañana“ (dt: morgen), welches so viel heißt wie „Machen wir irgendwann anders – vielleicht“.  Also wurden die Spiele ein weiteres Mal überdacht und außerdem reduziert, weil wir nur zwei brauchen würden. Nach der Modenschau und dem Abendessen waren jedoch alle Kinder so müde, dass auch für die zwei Spiele kein Platz mehr war. Also wurden diese auch auf „mañana“ verschoben. So ist das hier halt manchmal, irgendwann werden wir die Spiele bestimmt mal anwenden können...

So viel erstmal wieder von mir. Bis bald!

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