Sunday, September 18, 2011


 Fleißige Streicher
Unser Frühstückstisch, beladen mit Johannas Geschenken

Computerzimmer u.s.w.


Hallo meine Lieben!
Für mich ist in Quiquijana so langsam der Alltag eingekehrt. Ich habe mich schon echt gut eingelebt und fühle mich wohl hier. Deswegen habe ich es übergangen, letzte Woche einen Eintrag zu schreiben.
Diese Woche haben wir an jedem Morgen an dem neuen Computerzimmer gearbeitet. Ein Teil des Raumes, den wir zur Hausaufgabenbetreuung der Primarier (Grundschule bis Klasse 5) nutzen, wurde mit einer Holzwand abgetrennt und von uns neu gestrichen. Ich freue mich sehr den neuen Raum bald nutzen zu können, denn, wie wir im Moment Computerunterricht geben, scheint wirklich nur eine Notfalllösung zu sein. Zurzeit stehen die Computer in demselben Raum, in dem die Secundarier (ab 6. Klasse) spät abends, also noch während des Computerunterrichts, Hausaufgaben machen. Außerdem streuen auch die kleinen Kinder um die PCs herum, wollen den Größeren über die Schulter schauen oder spielen, z. B. Fangen. Dann ist man am Anfang von dem Unterricht erst mal damit beschäftigt alle Primarier aus dem Raum zu schicken bzw. auch zu tragen. Manche schaffen es auch während des Unterrichts sich wieder hereinzuschleichen, weil die Tür des Raumes schwer zu schließen ist.
Sobald der andere Raum fertig ist, welcher außerdem mehr PCs zur Verfügung haben wird, können wir in Ruhe arbeiten. Dann werden nur noch die Teilnehmer des Kurses hineingelassen und die anderen Kinder können nicht einmal durch die Fenster spähen, weil wir diese ebenfalls weiß gestrichen haben.
 
Am Anfang dieser Woche gab es einen Zwischenfall, denn einer der Kinder, welcher zu der Gruppe meiner Hausaufgabenbetreuung gehört, schien Probleme mit seinem Arm zu haben. Zuerst dachte man er sei gebrochen, doch nachdem er Dienstag in Cusco geröntgt wurde, war dort nichts Auffälliges zu erkennen. Es stellte sich heraus, dass sein Arm entzündet ist, wahrscheinlich hat sich das schon seit Längerem entwickelt. Er hatte schon einmal eine sehr stark eitrige Entzündung am Knie und auch im Gesicht hat er offene Wunden. Im Moment ist man dabei herauszufinden, woher diese Entzündung kommt. Wir haben ihn am Samstag im Krankenhaus zu besuchen und er hat sich sehr gefreut. Ich war ziemlich gespannt auf das Krankenhaus, aber eher im gefassten Sinne. Denn Julian hat ihn am Dienstag dorthin gebracht und musste bei manchen Situationen die Stirn runzeln. Zum Beispiel hat er beobachtet wie vor dem Eingang für Notfälle (!) viele Leute standen, denen man auch offensichtlich eine notwendige Behandlung ansah, aber denen man den Eintritt verweigerte. Außerdem machte das Gebäude einen bedürftigen Eindruck, denn es riecht streng und sieht baufällig aus. Dieses Krankenhaus ist für die sehr Armen, die nicht viel Geld haben und deswegen nicht für bessere Behandlungen bezahlen können.

Nun aber wieder zu etwas Erfreulicherem: Diesen Freitag ist Johanna 20 geworden und das haben wir natürlich gefeiert. Wir haben ihr sogar einen deutschen Fantakuchen gebacken, wobei wir bei der einen oder anderen Zutat improvisieren mussten, weil es das in Quiquijana nicht gab.

Nächste Woche ist außerdem wieder ein Fest in Quiquijana, bei uns in der Albergue. Wir sind auch schon dabei, uns darauf vorzubereiten, denn es sollen Verkleidungen aus recycle barem Material vorgeführt werden. Ich denke nicht, dass ich es schaffe werde, nächstes Wochenende davon zu berichten, den Samstagmorgen starten wir schon zum Wandern in Huchuy Qosqo in Calca. Dann werde ich aber übernächstes Wochenende um so mehr zum Schreiben haben.
Bis dahin! Eure Verena

Saturday, September 3, 2011

Nähunterricht

Jeden Donnerstag während der Messe bleiben 8 Kinder in der Albergue, um am Nähunterricht teilzunehmen.




Der Umzug am Dienstag










Hermann ...

Der Markt

 Der neue Platz - ein wenig überfüllt






 verschiedene Spiele wurden angeboten wie es sie auch ähnlich bei uns gibt
Auch die Größte in Quiquijana muss das Trampolin testen

An der Parade am Montag haben sich verschiedene Gewerkschaften aus Quiquijana vorgestellt


 Hier sieht man das Meerschweinchen bevor es gegessen wird


Yanaccocha


Diese Woche stand das Fest im Vordergrund, welches den 186. Geburtstag des Distrikts Quiquijana feierte. Die ganze Woche über war ein Markt auf dem Plaza de Armas aufgebaut mit Ständen von Bewohnern aus dem gesamten Distrikt. Der Plaza de Armas wurde außerdem zum feierlichen Anlass endlich „enthüllt“. Denn zuvor wurde das Herz des Platzes von einer hässlichen Plane umgeben, doch nun kann man einen neu gepflasterten Platz mit Brunnen und prächtigen Blumen bewundern.
Dienstag war dann der entscheidende Tag (er wurde schon mit einem krachenden Feuerwerk um 0:00 Uhr begrüßt…). Um ca. halb 10 (halb 9 stand im Programm) fand zunächst eine Messe statt, anschließend sind die oberen Politiker des Distrikts mit einem Orchester über den Platz marschiert und die Polizei hat dafür gesorgt, dass wirklich jeder dazu aufsteht. Dann haben einige Leute mit einer Rede das Fest eingeleitet und es wurde sowohl die Nationalhymne als auch die Hymne von Cusco gesungen. Es folgte der für uns interessanteste Teil, nämlich die Kinder aus unserer Albergue bei dem Umzug zu sehen. Angefangen bei den Kindergartenkindern bis hin zu den Großen des Colegios marschierten sie auf dem Plaza de Armas. Sie hatten meistens ihre Schuluniform an und sind im Gleichschritt mit ernster Miene zu Militärmusik an den Zuschauern vorbeimarschiert – ein merkwürdiger Aufzug für Kinder. Ich musste daran denken, dass zum Einüben dieser Parade wertvolle Unterrichtszeit verloren gegangen ist und ich habe mich erwischt, wie ich mir die Lehrer, die auch mit marschiert sind, ein wenig genauer angeschaut habe. Denn wenn man sieht, dass die Hausaufgaben der Kinder aus Abschreiben und Abzeichnen bestehen, fragt man sich, welche Person hinter solchen primitiven und scheinbar lustlos gestellten Aufgaben steckt.
Nach dem Mittagessen haben wir gespannt die Verlosung verfolgt. Wir alle hatten von den Kindern der Albergue einige Lose gekauft und hofften auf die Gewinne. Besonders der erste Preis, ein junger Bulle (wir wollten Hermann die beste deutsche Erziehung gewähren), und der dritte Preis, ein Sack voll Reis, waren sehr ansprechend. Jedoch wurde Hermann leider ein anderes Zuhause zugewiesen und auch für die Reisversorgung müssen wir weiterhin selbst sorgen (aber ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen, denn bis jetzt gab es fast jeden Tag Reis).
An dem Tag darauf war schulfrei, was hieß, dass es wieder keine Hausaufgaben für die Kinder gab. Sie haben sich in der dafür vorgesehenen Zeit jedoch entweder damit beschäftigt, ihr Zuhause zu malen (eine Aufgabe für die Kleineren, welche für uns Freiwilligen interessant war, um zu sehen wo sie herkommen) oder die Rätsel aus der Zeitung zu lösen. Anschließend durften die Kinder einen Film schauen.
Donnerstag und Freitag liefen wieder wie gewohnt ab und ab nächste Woche wird  uns der Alltag wieder haben.

Diesen Freitag habe ich meinen Tandempartner Ernesto kennengelernt. Dieses Tandemprogramm wird von der Sprachschule angeboten, die ich eigentlich in den ersten vier Wochen besuchen wollte. Ernesto lernt dort Deutsch und da ich Spanisch lerne, können wir uns gegenseitig mit der Sprache helfen. Er ist 21 und Reiseleiter hier in Cusco. Er wirkt sehr nett und ich freue mich schon durch ihn Peru besser kennenzulernen.

Bis demnächst! Eure Verena